Deliah wusste nicht woher sie kamen, die ganzen Tränen, die immer und immer weiter ihre Wangen hinab liefen und in ihre Hände. Sie hatte gedacht, dass sie bereits gestern genug geweint hatte, als sie von ihrem Sohn erfahren hatte, doch es war nichts im Vergleich zu dem hier jetzt. Vermutlich war es nur noch ein Beweis dafür, für die Falschheit ihrer Gefühle. Sie löste den Kopf aus den Händen, doch nur um ihn in den Nacken zu legen und die Decke anzusehen. Noch immer liefen die Tränen herunter, tropften in ihren Schoß. Sie schloss die Augen. Während sie seinen Worten lauschte. Sie wollte ihm nicht zu hören, sie wollte nicht einmal das er hier war, und doch ließ sie es zu. Natürlich tat sie es. Wie könnte sie es auch nicht. Ihre bebenden Lippen hatte sie zusammen gepresst, als sie ihren Kopf soweit senken ließ, dass sie ihn ansehen konnte. Ihre Augen waren rot, von den Tränen, ihre grünen Augen fast stumpf, so wenig funkelte darin. "Ich hasse es...." wieder musste sie ihre Lippen zusammen pressen um nicht erneut von einem Tränenstrom überflutet zu werden. "Ich hasse es so sehr, dich zu lieben." alles in ihr schrie. Sie wollte ihn berühren. Seine Lippen gegen die ihre spüren. Um nichts in der Welt wollte sie mehr, als seine Nähe spüren, sich verlieren, in dem Sternenhimmel seiner Augen. Sie wollte sich in seine Arme flüchten und seinem Herzschlag lauschen, bis sie wirklich glauben würde, dass es nur ihr gehörte. Doch es waren nur hohle, leere Worte. Vielleicht wusste er nicht was Liebe bedeutete, vielleicht wusste er nicht was es hieß jemanden so sehr zu lieben, wie sie es bei ihm tat. Sie wollte das er ging, und doch wollte sie auch das er blieb. Doch das schlimmste war der Gedanke, der sich in ihrem Kopf festgebissen hatte und sie nicht mehr loslassen wollte. Vielleicht könnte sie ihn loslassen, wenn sie ihren Sohn nicht retten könnten. Wenn er bereits tot war, vielleicht könnte sie dann frei sein. Frei sein von ihm. Die Schuldgefühle paarten sich mit der Trauer, mit den Gefühlen die in ihrem Körper hin und her schlugen. Wieder schluchzte sie, doch dieses mal ohne Tränen. "Du solltest gehen." ihre Stimme war leise, doch sie war seltsam klar und fest und das obwohl sie sich kein bisschen danach fühlte. Sie fühlte sich als würde die ganze Welt auf ihren Schutlern liegen und nun immer weiter auf sie einbrechen und das obwohl sie bereits lag. Sie war doch schon am Limit. Wie viel konnte sie noch ertragen, bis es irgendwann genug war? Sie war ganz alleine hier auf dieser Welt, mit dem ganzen Schmerz, der es mit sich brachte ihr Herz diesem Mann vor ihr geschenkt zu haben. "Unser....." sie musste den Blick abwenden, konnte ihn nicht ansehen. "Dein Sohn wartet auf dich." beendete sie schließlich ihren Satz leise.
Nikai hob bei ihren Worten langsam den Kopf. Seine Augen trafen auf ihre und genau dann spürte er wie sein Herz in tausend Stücke zerbarst, wie es schwer und kalt in seiner Brust wurde und die Welt um ihn herum für immer ins dunkel stürzte. Alle Farben wichen aus seinem Sichtfeld, bis alles nur noch eintönig grau war. Sie hasste ihn und so wie sie ihn ansah und wie sie sprach gab es wohl keinen Weg mehr auch nur einen Funken wieder zu retten. Er wünschte sich, dass das alles nicht wahr war, dass dies alles nur ein böser Traum war. Er musste aufwachen, aufwachen aus diesem Albtraum. Die arme fest um deliah schwingen, an ihren wundervollen Haaren riechen und sich vergewissern, dass er nur geträumt hatte. Er ließ den Kopf wieder hängen, gab sich geschlagen. Er hatte doch kämpfen wollen? Doch alles an ihr signalisierte ihm, dass sie ihn so sehr hasste und zum Teufel jagte. Sein Sohn.. Hasste sie ihn so sehr, dass sie nun auch das Kind von sich stieß? Er war nicht fähig sich zu bewegen. Sie verlangte es von ihm, sie bat ihn zu gehen, sie Zwang ihn dazu. Doch sein Körper gehorchte nicht. Er sollte... Seinen.... Sohn holen. Aber es war doch nicht nur sein Sohn. Sein Sohn brauchte eine Mutter, sein Sohn brauchte seine Mutter. Er, nikai, der Vater, er brauchte deliah. Was sollte aus ihnen werden? Was sollte aus ihrem gemeinsamen Sohn werden? Was sollte aus deliah werden?
Deliahs Herz pochte heftig in ihrer Brust, sie konnte es deutlich spüren, bis hoch in ihrem Hals. Das Adrenalin rauschte in ihrem Kopf? Oder wares nur ihre Gefühle, die noch immer ihren Kopf als Schlachtfeld missbrauchten. Sie sah wieder zu ihm. Er bewegte sich nicht. Hatte sie sich nicht klar ausgedrückt? War da etwas misszuverstehen an ihren Worten? Sie wollte ihn nicht hier. Er musste gehen. Er musste gehen, bevor sie es sich anders überlegte. Er musst gehen, bevor sie all diese Grenzen, die sie gerade mit aller Macht versucht hatte zu ziehen, überwand. Sie starrte ihn an und schluckte, als ihr Kopf ihr Bilder zeigte, wie er sich mit Ahri vergnügte, als sie zum Schattentempel zurück gekommen war. Es war nicht einmal Tage her. Gestern und heute hatte er ihr gesagt, wie sehr er sie liebte. Das sie die einzige war, die er wirklich je geliebt hatte. Doch wie konnte sie seinen Worten glauben, wenn sie noch immer an jeder Ecke auf Geheimnisse stieß, wenn sie an jeder Ecke auf Schwierigkeiten stieß, die es bedeutete in seiner Nähe zu sein. Sie hatte gewusst, was es bedeuten würde in seiner Nähe zu sein, dass sie vielleicht sterben könnte, doch sie hatte nicht erwartet dass er es wäre, der sie verletzte. Wieder und wieder, bis nichts mehr von ihr übrig war. Sie wollte sprechen, wollte ihm erneut sagen, dass er gehen sollte. Doch sie tat es nicht. Sie bekam kein einziges Wort über die Lippen. 'Geh einfach' flehte sie ihn in ihren Gedanken an und ließ ihren Kopf sinken. Sie konnte ihn nicht mehr ansehen. Vielleicht würde er einfach gehen, wenn sie es nicht mehr tat. Sie sah nach Sekunden auf. Natürlich war er noch da. Irgendwie war er doch immer noch da. In ihren Träumen, in ihrem Herz und nun auch hier. Sie würde niemals von ihm los kommen. Niemals. Deliah schluckte und starrte ihn für eine weile an, bevor sie ihre Hand unterhalb seines Kinns platzierte und sein Gesicht anhob, bevor sie ihre Lippen auf die seinen legte.
Nikai hatte ihrem Wunsch nachgehen wollen. Sie hatte es ihm doch deutlich gesagt, er hatte ihr versprochen bei ihr zu bleiben und ebenso ihr sein Wort gegeben zu gehen wenn sie es von ihm verlangte. Sie verlangte es von ihm und warum ging er nicht? Sein Körper musste ihr gehorchen. Doch sein Körper gehorchte gerade weder ihr, noch ihm selbst. Er reagierte einfach gar nicht. Schlug sein Herz überhaupt noch? Das letzte was er gespürt hatte war dieser entsetzliche Schmerz, die schwere und Kälte als es zerbrochen war. Er war zerrissen. Zerrissen zwischen zwei seiner Versprechen: zu gehen wenn sie es von ihm verlangte und sie nie wieder in dieser Welt alleine zu lassen. Welches Versprechen wog mehr? Er hatte Fehler gemacht, er war untreu gewesen. Aber sie waren nie ein paar gewesen und das war sein größter Fehler. Er hatte sie benutzt, sich mit dem vergnügt was ihm angeboten wurde und sich dabei in die bemerkenswerteste Frau verliebt die er je hatte kennen lernen dürfen. Er war zu dumm gewesen seine Gefühle zu erkennen und hatte sich zu sehr von seiner Vergangenheit in ketten legen lassen um sich diese Liebe einzugestehen. Jetzt, als alles zu spät war, als er erneut alles verloren hatte, als sein Leben tatsächlich keinen einzigen Sinn mehr ergab. Erst jetzt hatte er seine Gefühle erkennen können... Jetzt als alles dafür zu spät war. Er wollte schreien, wollte den Schmerz in die Welt hinaus schreien. Er wollte sich Haut, Fleisch und Adern von den Knochen reißen um zu sterben. Ohne deliah würde er ist nicht schaffen ihren kleinen Sohn zu retten, ohne deliah würde er selbst wenn es ihm mit dem anderen gelang nicht dazu fähig sein weiter zu leben. Wie sollte er aus ihrem Sohn einen anständigen Mann großziehen können. Er würde doch nur ein weiteres Monster wie sich selbst erschaffen. Und er konnte nicht sterben, das war der Deal des Seelenhändlers. Er konnte sich selbst nicht das Leben nehmen, war dazu verdammt zu leben, es sei denn jemand anderes nahm ihm dieses. Aber er hatte deliah doch versprochen zu überleben? Er musste ihr Versprechen nicht zu sterben, weil Ihr Sohn ihn brauchte, weil sie ihn brauchte. Doch Sie hasste ihn und ihre Gefühle für ihn. Warum tat ihr die Liebe so etwas an? Warum tat er ihr dies alles an? Wenn er tot war, gab es nichts mehr was deliah verletzen konnte, nichts mehr was seinen Sohn verderben konnte. Für nikai machte es keinen Sinn mehr weiter zu leben, sorgte er bei allen doch nur für noch größeres Leid und unsäglichem Schmerz. Dass Deliah ihre Hand irgendwann unter sein Kinn legte, spürte nikai kaum. Seine Haut war eiskalt, als wäre das Leben bereits aus ihm gewichen, so sehr war er von diesem Schmerz und der Dunkelheit eingenommen. Sein Kopf folgte gehorsam als sie diesen a hob, um ihn anzusehen, doch Nikais Gesichtsausdruck war leer, der Blick seiner Augen ging ins Leere. Der funkelnde Sternenhimmel seiner Augen war endloser schwarzer Leere gewichen. Eine Leere die alles verschlang und nur noch ein Spiegelbild des Schmerzes zeigte. Erst als Deliahs Lippen tatsächlich auf seine trafen, so zart und weich, explodierte in ihm ein Feuerwerk, als würde man ihn zurück ins Leben holen. Seine Gabe sprengte förmlich nach außen, auch wenn sie deliah nicht anhatte. Seine Gabe umfloss sie fast schon beschützend, als wäre sie die Quelle seiner Kraft. Er spürte seinen Herzschlag, auch wenn es schmerzte. Es schlug unter tausenden splittern, die sich bei jedem Schlag in es hinein bohrten. Es kämpfte, es war nicht bereit aufzugeben. Sein Körper reagierte. Von gehorchen war wohl kaum Die Rede, denn dann hätte er aufstehen und gehen müssen. Das hatte sie von ihm verlangt. Doch sein Körper reagierte einfach nur auf die Berührung ihrer Lippen. Er antwortete mit einem Kuss darauf. Einem Kuss, den er nicht beenden konnte. Er war sich sicher, dass er sterben würde, wenn er aufhörte sie zu küssen. Aus seiner zusammengesackten Position richtete er sich leicht auf und schlang die Arme um sie, zog deliah näher an sich. Er würde sterben ohne ihre Nähe. Das ganze hatte zu Folge, dass er Deliah von ihrem Bett in seine Arme zog. Seiner Position nicht mehr bewusst führte dies unweigerlich dazu, dass sie zusammen auf dem Boden landeten.
Deliah hatte gespürt, wie etwas in ihr zerbrochen wurde, als sie diese kalte, endlose schwarze Leere gesehen hatte, die seine Augen waren. Irgendwo so weit entfernt, hatte sie etwas brechen hören, doch das Gefühl reihte sich ein, mit all den anderen Gefühlen, die in ihrem Kopf auf und ab schlugen und ein riesige Welle der Zerstörung hinterließen. Doch dann waren da seine Lippen und seine starken Arme um sie herum. Seine Nähe, die sich wie eine Droge anfühlte. Wie sollte sie jemals aus kommen ohne dieses Gefühl? Wenn sie ihn so sehr liebte, dass es in jeder Faser ihres Körpers schmerzte, wie sollte sie dann jemals wirklich ohne ihn klar kommen. Seine Lippen gaben ihr Leben zurück. Seine Lippen lösten ein Feuerwerk nach dem anderen in ihr aus. Sie schmiegte sich an ihn. Obwohl da immer noch so viel in ihrem Kopf war, dass sie anschrie, dass er gehen sollte. Doch sie konnte ihn jetzt nicht gehen lassen. Wie sollte sie ihn jemals wieder gehen lassen. Sie schlang seine Arme um seinen Hals um ihn noch etwas mehr an sich zu ziehen. Sie spürte nicht einmal wirklich, wie sie zu Boden rutschte. Es war ihr eigentlich auch egal. Er war bei ihr, das reichte aus, damit sie sich lebendig fühlte. Es wäre immer genug. Ohja, er hatte sie verletzt. Ahris Worte hatten sie verletzt. So viele hatte er getan, was sie verletzt hatte und doch wollte sie nichts anderes als ihn zu küssen, sich an ihn zu drücken, bis all die Albträume endlich von ihr gegangen waren. Das Gefühl nur durch ihn, durch diesen Kuss zu leben, verstärkten sich. Sie drückte sich nohc ein wenig mehr an ihn, intensivierte den Kuss, als wäre es genau das, nach was es sich anfühlte. Das einzige, echte was ihr einen Grund zum Leben schenkte. Denn genau das war es. Er schenkte ihr einen Grund zum Leben, auch wenn er ihr zeitgleich ständig irgendwelche Gründe gab, dass es nicht so war. Doch es war nun mal so. Oh ja, sie hasste es so sehr ihn zu lieben, doch auf der anderen seite liebte sie ihn auch so abgöttisch.
Nikai konnte sich nicht von ihren lösen, nicht von ihr lösen. Er drückte sie nur noch mehr an sich, als ihre Arme sich wieder so vertraut um seinen Hals legte. Der Ort an den sie hin gehörten. Kein Blatt Papier passte mehr zwischen sie, kein windhauch, kein Atemzug. Nikais Körper zerfloss wie butter in ihrer Nähe. Er spürte nicht wie er noch tiefer zu Boden ging, deliah immer noch in seinen Armen, sie fast schon gefangen haltend. Er liebte sie, nur sie. Unter all den Frauen die ihn auf seinem Leben ein Stück weit begleitet hatten, war sie diejenige, die ihn lebendig fühlen ließ, die er immer gesucht hatte. Er wollte er ihr nie wieder weh tun, er wollte niemandem mehr weh tun. Er wollte das Monster in sich endlich loswerden. Sie liebte ihn trotz dieses Monsters, sie war hier bei ihm auch wenn er sie zerstört hatte. Nie wieder wollte er der Grund sein, warum sie Tränen vergießen musste. Er würde diese Tränen trocknen, er wollte dass sie endlich wieder lächelte, wenn sie ihn ansah. Seine Hand Strich über ihre nasse Wange, als der Kuss der Luftnot gezwungen doch ein Ende fand, versuchte ihre Tränen zu trocknen. Der Sternenhimmel seiner Augen funkelte, stärker als jemals zuvor, aufgeladen durch ihre Zuneigung zu ihm, gestärkt durch die Liebe zu ihr und der Bereitschaft alles für sie zu opfern. Er wollte so viel sagen, doch sein Hals war so zugeschnürt, dass er kein Wort heraus brachte. Es brauchte eine ganze Weile bis er die Sprache wieder fand und er während dessen fast zittrig versuchte mit den Händen ihre nassen Wangen zu trocknen. "ich kann nicht gehen. Ich habe versprochen für dich und... Unseren Sohn da zu sein." Er sprach, doch fast stimmlos, es war fast nur ein Hauchen, was er von sich gab. Aber er meinte es ernst, ernster als alles andere in seinem Leben. "ich weiß... Du verlangstes von mir und ich gab dir mein Wort zu gehorchen..." Seine Stimme fing an zu zittern. "... Aber ich kann nicht. Ich will dich nicht allein lassen." Er schluckte schwer. Er würde das Wort welches er gegeben hätte nur halten können, wenn er Firnen seinen Wunsch gewährte und der Drache ihn umbrachte. Nur dann würde er deliah allein lassen können. Wenn er sein Versprechen sie nie wieder allein zu lassen brechen würde, würde sein Leben jeglichen Sinn verlieren.
Deliah atmete schnell, als sie sich gezwungenermaßen von einander lösten mussten. Ihr Herz raste, doch sie wusste nicht ob es an dem Schmerz lag, an dem Feuerwerk oder einfach daran, das ihr Luft fehlte. Als ihr Blick den seinen traf, verschlug es ihr erneut den Atem, und sie musste leise keuchen. Der Sternenhimmel traf sie wie ein Schlag ins Gesicht. Es war wunderschön. Es war atemberaubend. Es war... Nikai. Sie schluckte und befeuchtete ihre Lippen, die sich nach dem Kuss so trocken anfühlten. Wie konnte es überhaupt sein, dass sich etwas in ihrem Gesicht trocken anfühlte, wenn ihr gesamtes Gesicht noch immer klebte, von all den Tränen, die sie geweint hatte. Sie spürte, wie seine Hände versuchten sie zu trocknen. Sie selbst hob eine Hand, strich sich über die andere Wange. Es fühlte sich nach einem sinnlosen Kampf an. Und das obwohl nicht einmal mehr neue Tränen über ihre Wangen rollen. Als er sprach, verharrte sie in der Bewegung und ließ sich erneut gefangen nehmen von seinen wunderschönen Augen. Sie wollte nicht, dass seine Stimme zitterte, sie wollte nicht, dass er so schwer schuckte. "Nikai." antwortete sie genauso leise, wie er. Sie war ihm immer noch so nah, dass sie seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte. Sie konnte seinen Brustkorb sich heben und senken spüren, gegen den eigenen. Sie konnte die Wärme seiner Hände spüren, doch auch die seines restlichen Körpers, die sich durch seine Klamotten abzeichnete. "Geh nicht." wieder begegnete sie mit ihren Lippen den seinen. Dieses mal nur ganz kurz, bevor sie wenige Zentimeter von seinen Lippen entfernt verharrte. "Gib mir einen Grund, dass ich dich hier haben möchte." die Worte waren noch etwas leise, nur noch ein Hauchen gegen seine Lippen, bevor sie ihn wieder küsste.
Nikai blinzelte deliah an. Wie sie seinen Namen aussprach, wenn er ihr jetzt über die Lippen kam, war wohl die schönste Version seines Namens, die er je gehört hatte. Seine Hand fuhr von ihrer Wange zärtlich in ihre Haare, die andere Strich über die Kurve ihres Rückens, zeichnete Wirbel fur Wirbel nach. Die Worte, die auf seinen Namen folgten, waren wie eine Befreiung, gar eine Erlösung für ihn. Natürlich würde er nicht gehen, er konnte doch nicht. Er würde ihr Felsen sein, die starke Schulter zum anlehnen, ihr Schutzschild, ihr Anker. Die kurze Berührung ihrer Lippen, erneut auf seinen, schickte ein erneutes Feuerwerk Los. Ein Grund, dass sie ihn bei sich haben wollte? Was sollte sie für einen Grund haben? Er war ein Monster? Was konnte er ihr für einen Grund geben, dass sie ihn behalten wollte? Er hatte ihr bis jetzt doch nicht als Schmerz gegeben. Schmerz? War dies die Lösung? Wie könnte sie dies von ihm wollen? Wieder trafen ihre Lippen auf seine, wieder entfacht es dieses Feuerwerk ihm. Wieder überschlugen sich seine Gedanken. Seine Gabe trat wieder zum Vorschein, lechzte sie diesmal nach Deliahs Energien, fast schon als würde er sie verschlingen wollen. Nikai ließ seine Gabe los, ließ seine Kräfte einfach frei und sie strömten in Deliahs Körper Über und Nikais Geist wurde mitgerissen. Normalerweise führte es bei den betroffenen Personen zu unsäglichem leid, wenn nikai die Kontrolle über seine Gabe verlor, draziel war immer einer der wenigen gewesen denen es nicht anhaben konnte und die nikai zurück ins lot bringen konnten. Diesmal war es allerdings anders. Nikais gabe war nicht auf Zerstörung aus, sondern auf Heilung, seine Gabe wollte deliah Linderung und keinen Schmerz spüren lassen. Er war auf Heilung aus. Er wollte den Schmerz den er verursacht hatte von ihr nehmen und so ließ er sich durch ihre Energien führen, ließ sie seine Präsenz spüren. Bis er auf ein pulsierendes Energiegeschwür traf welches wilde ungeordnete Blitze verströmte. Er nahm es in die Hand und wollte es mit fort nehmen, weg von ihr, damit sie es nie wieder spüren musste. Doch es war zu fest mit dem Rest ihrer Energien verwoben. Er würde sie selbst zerstören, wenn er es ihr wegnahm. Es war ein Teil von ihr. Er sah wieder auf dieses Geschwür in seinen Händen, erkannte sein Spiegelbild darin. Die tödlichen Blitze verschwanden, wichen einem Impuls. Der gleichmäßig und stark war. Was auch immer dieses Geschwür war, es hatte sich beruhigt. Es war noch da, er konnte nicht löschen was er ihr angetan hatte, aber er konnte ihr für eine Zeit lang den Schmerz nehmen, ihn abmildern... Ihn beruhigen. Mit einem fast ersticken nach Luft schnappen riss er sich von Deliahs Lippen los und kippte sie seitlich von sich, doch ohne sie wirklich loszulassen. Er rang immer noch nach Luft, während er sie mit weit aufgerissenen Augen ansah. "es tut mir leid" Waren die ersten Worte die er heraus, während er um Luft rang. "ich hab die Kontrolle über meine Gabe abgegeben" Er konnte sich nicht erklären was passiert war, er wusste, dass sie gesehen haben musste was er gesehen hatte. Es war eine Nebenwirkung des Kontrollverlustes. Wie hatte er ihr dies antun können. Der Sternenhimmel seiner Augen glitzerte immer noch, doch er war auch entsetzt über sich selbst. Sein Gehirn konnte nich nicht verarbeiten, dass seine Gabe deliah nichts getan hatte, ganz im Gegenteil, sie hatte versucht ihren Schmerz zu lindern.
Deliah wollte nichts mehr als seine Lippen spüren, dieses Feuerwerk spüren, dass er in ihr auslöste, und das sie auch in ihm spüren konnte. Sie wollte sich in ihm verlieren, eins ums andere mal, wie sie es immer getan hatte. Wie sie es imer wieder tun würde. Doch als ihre Lippen wieder die seinen berührten, war es anders. Es war als könnte sie es wahrnehmen bevor es passierte. Vielleicht war es ihre eigene Verbindung zur Zeit, oder einfach eine dunkle Vorahnung, doch als Nikais unkontrollierte Gabe sie traf, war es eher Bestätigung als Überraschung. Doch das Gefühl verschwand binnen Milisekunden, die sich für sie nach Stunden anfühlten. Sie konnte förmlich wahrnehmen, wie die Gabe sie durchzog, durch sie hindurch pulsierte, durch jeder Ader, jedes Blutgefäß, bis sie an diesem Geschwür ankam, welches in ihrer Brust anstelle ihres Herzens pulsierte. Für einen Moment fühlte e sisch an, als würde das Geschwür aus ihrer Brust gerissen werden, als wäre das ihr Ende. Als Nikais Lippen so schlagartig von sich fortgerissen wurden, musste es das Ende gewesen sein. Ihr Herz war aus ihrer Brust gerissen worden, das musste das Ende sein. Oder nicht? Doch als sie tief einatmete, war da kein Schmerz. Zumindest nicht, diese unmengen an Schmerz, die seit Tagen, seit Wochen, seit Monaten quälten. Ja, der Schmerz war noch da, doch er war sanft, fast wie ein leises Pochen, wie bei einer Wunde, die fast verheilt war. Ihr Stockte der Atem und ihre Hand fuhr auf ihre Brust. Ihr Herz schlug. Immer noch schnell, doch es schlug. Was war gerade passiert? Sie ging in Gedanken die letzten Sekunden durch, doch es waren seine Worte die ihr die Antworten gaben. Sie schluckte. In ihrem Kopf ratterte es, doch sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er hatte bisher nie seine Gabe auf sie angewendet. Ja, hier und da einen kleinen Energiestoß, aber nicht wirklich. Sie atmete noch einmal tief ein, doch ihre Lungen füllten sich nicht richtig, auch sie rang nach Luft. Jetzt und hier hätte sie sterben können. Nikai hatte vorhin in der Versammlung von seiner Gabe erzählt. Sie wusste wozu er in der Lage war, und doch, lebte sie. Sie lebte. "Wie ist das möglich?" sprach sie ihre Gedanken aus und starrte ihn an. "Wieso lebe ich noch." sie schluckte wieder und drückte sich wieder die Hand auf die Brust. Es fühlte sich seltsam an. Als hätte sie zu viel Alkohol getrunken und hatte doch noch freie Gedanken. Es fühlte sich gut an und gleichzeitig auch so falsch. Ja, sie konnte atmen, ja sie konnte sich seit ewig für einen Moment frei fühlen, doch es war falsch. Sie durfte sich nicht frei fühlen. Diese Schmerzen, dieses Gefühl, erinnerten sie tag täglich daran, was sie war, wer sie war, und wer er war. Ohne sie... Was war sie dann noch?
Nikai sah sie weiterhin an, war er besorgt und gleichzeitig schockiert. Seine Hand legte sich auf ihre, spürte ihren Puls durch ihre Hand auf ihrer Brust. Ihre Frage riss ihn aus seine Gedanken. "... Ich weiß es nicht." War seine ehrliche, aber auch durchaus überfordert klingende Antwort. Da war es wieder, das Monster. Was hatte er ihr nur schon wieder angetan. Er hatte sich doch geschworen ihr nie wieder wehzutun. "ich wollte lediglich, dass der Schmerz dich nicht mehr zerreißt, dass du nicht mehr leiden musst in meiner Nähe" Gab er dann leise zu und sah sie an. "stattdessen habe ich meine Gabe auf dich losgelassen." Stellte er schockiert fest. Dies war bis jetzt nie gut ausgegangen. Sollte es jetzt anders sein? Hatte er etwas an ihr verändert? Hatte er ihr Wesen verändert. "Lass mich das Prüfen..." Bat er sie schließlich und legte sie vorsichtig neben sich auf den Boden ab, beugte sich halb über sie. Sanft fuhr er mit seiner Hand unter ihre, vorbei am Stoff, sodass Haut auf Haut traf. Seine Hand ruhte direkt über ihrem Herzen, allerdings ohne, dass er sie allzu unschicklich berührte. Der hautkontakt verstärkte die Wirkung seiner Gabe, er konnte sie gezielter und einfacher einsetzen. Dann konzentrierte er sich wieder auf ihre Energien, ließ sie allerdings seine Präsenz spüren. Dadurch hoffte er, dass es für sie nicht zu unbehaglich war, dass sie würde spüren können, wo er sich gerade befand. Er spürte wie ihre Energien durch ihren Körper flossen, gleichmäßig und stark. Er fand wieder den Knoten über ihrem Herzen. Alles schien beim alten zu sein, er hatte Angst gehabt, er hätte ihr Wesen verändert, doch er fand nicht außer sie selbst. Es war sie, deliah. In diesem Knoten fand er den Schmerz, ruhiger, er war noch da, aber beruhigt, wie ein aufgebrachtes monster, welches man mit einem Art Keks erstmal beruhigt hatte. "ich habe dir zumindest keinen Schaden zugefügt... Es war meine größte Sorge, etwas von dir entrissen und zerstört zu haben. Aber es ist alles noch da... Das bist immer noch du." Versuchte er schließlich ihr zu erklären, was er spüren konnte. "ich habe den Schmerz gefunden, den du wegen mir spürst... Ich wollte ihn dir nehmen, daran kann ich mich erinnern. Ich wollte nicht mehr dass du wegen mir leidest. Er ist noch da... Aber... Ich weiß nicht wie... Ruhiger... Abgeschwächter." Mit einem leisen seufzen zog er seine Gabe zurück und nahm die Hand von ihrer Haut. " es tut mir leid... Ich hatte sich fragen sollen, bevor ich soetwas tue" Es war eine leise ehrliche Entschuldigung. Es tat ihm wirklich leid seine Gabe in diesem Ausmaß auf sie angewendet zu haben. Er hatte die Kontrolle verloren, hatte keinen Einfluss auf das gehabt was passiert war. Es tat ihm furchtbar leid, auch wenn er technisch gesehen ihr etwas Gutes getan hätte. Er hätte vorher um Erlaubnis bitten müssen, wenn er die Kontrolle darüber gehabt hätte. Ziemlich beschämt sah er zur Seite.
Deliah ließ es geschehen, ohne zu antworten, ohne etwas zu sagen. Sie konnte den kühlen Boden unter ihrem Rücken spüren, als sie darauf zum liegen kam, und sie konnte die wärme seiner Haut deutlich spüren. Noch vor Minuten hatte sie nichts mehr gewollt, als seine Hand auf ihrer Haut zu spüren, Haut auf Haut, doch jetzt war es anders. Sie fühlte sich anders, auch wenn seine Worte ihr das gegenteil sagten. Sie konnte spüren, wie seine Gabe erneut in sie floss, wie er sie erkundete, als wäre sie ein Rätsel, dass er zu lösen versuchte. Sie schluckte, wendete den Blick zur Seite, weg von ihm, bis er erneut den Knoten gefunden hatte. Der Schmerz war noch da. Der Knoten war noch da. Doch er schien ihn ruhig gestellt zu haben. Wie abnormal sich das anfühlte und anhörte. Es war ihr Schmerz, den er ihr einfach genommen hatte. Sie schluckte und schloss die Augen, bis er irgendwann nach gefühlter Ewigkeit seine Hand löste. Sie konnte ihn nicht ansehen. Vorhin war es noch aus Schmerz gewesen, doch jetzt, war es anders. Sie wusste nicht einmal genau, was sie fühlte. Alles war so dumpf, so abgeschwächt, als wäre sie High, oder sediert. In den letzten Monaten hatte es nichts gegeben, außer Schmerz. Ihn jetzt nicht mehr fühlen zu können war als hätte sie etwas sehr wichtiges verloren. Und doch, natürlich war sie froh. Sie war froh, dass sie für einen Moment frei atmen konnte, dass sie für einige Momente einfach frei sein konnte, von dem Schmerz, von ihm, von all dem Leid, dass sie in den vergangen Tagen und Monaten erfahren hatte. "Der Schmerz ist ein Teil von mir." sie hatte den Blick immer noch von ihm abgewandt. Ihre Stimme war fast monoton. "Es fühlt sich seltsam an, jetzt wo ich ihn nicht mehr richtig spüren kann. Als wäre mein Körper zu nichts mehr in der Lage als Schmerz. In den letzten Monaten war er mein ständiger Begleiter, hat mich jeden Tag daran erinnert, was du mir angetan hast und was ich in mir trage. Als ich die ersten Tritte gespürt habe, habe ich nur Schmerz empfunden. Schmerz daran, dass ein Monster in mir heran wächst, ein Monster das mich jeden Tag aufs neue an seinen Vater erinnert, der mich nie lieben wird." Sie wusste nicht warum, doch die Worte sprudelten nur so aus ihr heraus. Jetzt ohne den Schmerz konnte sie sie aussprechen. "Die Geburt war schlimm. Doch nicht wegen der körperlichen Schmerzen, sondern weil ich in dem Moment, als ich ihn das erste mal im Arm hielt, wusste, dass ich ihn gehen lassen muss. Dass er bei Thalia bleiben muss, weit weg von mir und den Fängen meines Vaters. Die Königin hätte mich sowieso nie mit ihm gehen lassen. Also habe ich ihn zurück gelassen. Und ja, es hat weh getan, doch nichts in der Welt hat mir so weh getan, wie du." sie schluckte, benetzte ihre Lippen und strich sich eine rote Strähne aus dem Gesicht. "Ich dachte es würde mir helfen frei von dir zu sein. Frei von dem Schmerz den du tagtäglich auf mich ausübst..." sie schloss wieder die Augen, drückte die Hand auf ihr Herz, wo sie nun wusste dass das Geschwür ihrer Energien lag. Sie wusste sie konnte ihre Energien nicht fühlen, nicht so wie er es tat. Dann setzte sie sich auf. "Doch ich schätze ich habe mich geirrt."
Nikai lauschte schweigend ihren Worten. Wie sie ihm von der Geburt ihres Sohnes erzählte und wie sie sich dazu entschied ihn zurück zu lassen. Sie hatte geglaubt, dass er sie nicht liebte, dass er sie nie lieben würde. Dies stimmte nicht, doch so wie er sich verhalten hatte konnte er ihr diese Gedankengänge nicht verübeln. "Meine Gabe kann nichts wegnehmen, was Teil einer Lebensenergie ist. Ich konnte amazorn von cahara trennen, weil es zwei Lebensenergie waren. Du sagst es selbst... Diesrt ganze Schmerz ist ein Teil von dir, fest mit deiner Lebensenergie verwoben. Ich habe ihn dir nicht genommen... Lediglich... Ich weiß nicht... Ich versuche es selbst noch zu verstehen. Vermutlich die Energie die es ausgestrahlt hat deiner reinen Lebensenergie zugeführt, dass alles wieder fließen kann und es nicht mehr blockiert. Ein Vorgang der umkehrbar ist, man muss es nur selbst wollen." Erklärte er schließlich und nahm die Hand an ihr Kinn, so wie sie es vorhin bei ihm getan hatte. Sachte drehte er ihren Kopf zurück zu sich. " es klingt grausam... Als würdest du diesen Schmerz brauchen, um mich lieben zu können. " Flüsterte er leise, ehe er sie flüchtig küsste, in der Hoffnung, dass es etwas auslösen würde.
Deliah atmete tief durch und legte ihre Hände auf ihren Bauch. Sie schluckte. Fast als würde sie erwarten, dass sie die Tritte ihres Sohnes dort spüren würde, doch natürlich tat sie es nicht. Es lag Wochen zurück. Sie schluckte ud hörte dann seinen Worten zu. "Der Schmerz ist noch da. Ich kann ihn spüren. Als würde er einfach schlafen, bevor er seine Krallen wieder in mich schlägt." versuchte sie zu erklären, was sie fühlte. Als er sanft ihre Hand an ihr Kinn legte und ihren Kopf zu sich drehte, erwiderte sie seinen Blick. Sein schwarzer Sternenhimmel strahlte, noch immer. Ein Lächeln lag auf ihren Lippen. Es war sanft, nur ganz zart, doch bei seinen nächsten Worten war es verschwunden. Sanft erwiderte sie den flüchtigen Kuss, bevor sie einen Arm um seinen Hals schlang um ihn bei sich, nah an ihren Lippen zu halten. "ich denke das tue ich auch. Er gehört zu mir." sie küsste ihn noch einmal, genauso flüchtig wie er es getan hatte. "genau wie du es tust."
Nikai betrachtete sie, wie sie ihren Flächen Bauch berührte. Man konnte nichts von der Vergangenen Schwangerschaft sehen, waren ja auch Wochen und am Ende Monate vergangene, bis sie dieses immense Heer beisammen hatten. Sein Sohn würde kein neugeborenes mehr sein, sondern inzwischen neugierig und selbstständiger. Es erinnerte ihn schmerzlich an, das was er verpasst hatte. Ihre Worte verwirrten ihn zugegebener maßen. Es klang so, als könnte sie ihn nicht mehr lieben, als hätte er ihre Gefühle weggewischt, aber das konnte seine gabe nicht. Und dann erwiderte sie seinen so flüchtigen Kuss, schlang die arme um ihn und kam ihm wieder näher. Da war es wieder, dieses Feuerwerk welches in ihm explodierte. Ihr letzter Kuss konnte gar nicht so flüchtig sein, schlang er den Arm wieder um sie und zog die zurück zu sich. Noch näher, fast schon auf sich. Er vertiefte den Kuss, intensivierte ihn, legte all seine Gefühle und seine Sehnsucht hinein.
Deliah nahm wahr, wie er die Arme um sie schlang und sie zu sich zog, wodurch sie halb auf ihm zum liegen kam. Die Intensität des Kusses raubte ihr förmlich den Atem, doch natürlich erwiderte sie ihn. Sie begegnete seinen Gefühlen mit ihren eigenen. Dieses mal war es nicht verzogen von dem Schmerz, sondern förmlich reine, echte Zuneigung. Sie ließ eine Hand zwischen ihnen beiden auf Höhe seines Herzen, während die andere noch immer um seinen Hals lag, um seinen Kopf in der Position zu stützen. Seine Gefühle entfachten eine Explosion nach der andere in ihr, die sie nur noch mehr wollen ließen. Nach einem Augenblick kletterte sie ganz auf ihn, zog ihn in eine sitzende Position, um ihm noch näher zu sein. Ihre Beine lagen um ihn herum, während sie sich noch immer an ihn schmiegte. Natürlich erinnerte sie sich was Ahri gesagt hatte, was er selbst gesagt hatte, doch es wirkte jetzt nicht in diesem Moment nicht wichtig. Ob das an ihrem betäubten Schmerz oder einfach an seiner Nähe lag, wusste sie nicht. Erinnerungen an die Nacht nach ihrer Rückkehr in den Tempel kamen ihr in Erinnerung. Sie hatte sein Hemd zerrissen, und dann ihn doch weggeschickt. Heute würde sie ihn sicher nicht wegschicken. Nicht nochmal. Sie wollte ihn hier haben. Sie wollte ihn immer hier haben. Er gehörte an ihre Seite, egal wie viel Schmerzen es ihr bereitete.
Nikai verlor sich förmlich im Geschmack ihrer zarten Lippen und jeglicher Verstand schien sich dabei einfach auszuschalten. Bei ihr konnte er sich fallen lassen. Dies hatte er bei niemandem sonst auf diese Art und Weise verspürt. Selbst damals bei cahara, war es nur das gewesen, was es bei allen anderen Frauen danach auch gewesen war: stressabbau, Spielerei, lustbefriedigung. Nur bei deliah nicht, bei ihr fühlte er sich befreit. Sein Körper reagierte auf ihre Führung, wobei es nicht wirklich eine aktive Kraft von einem von ihnen beiden war. Nikai ging auf sie ein, wie bei einem ebenbürtigen Tanz. Er hatte nicht beabsichtigt, dass diese küsse in dem endeten worauf es gerade hinaus lief. Seit sie sich wieder annäherten, im Lager als draziel sie zusammen küssen erwischte, seit sie ihm von seiner Vaterschaft berichtet hatte, war es einer seiner Sorgen gewesen, dass jeder Kuss wieder hier enden würde, dass sie zu schnell wieder körperlich würden und am Ende ihre Beziehung nur wieder darauf beruhte. Er wollte ihr nicht das Gefühl geben, dass er nur das eine von ihr wollte. Doch das hier gerade fühlte sich keineswegs falsch an, eher wie ein letztes positives Hindernis welches sie gemeinsam überwinden mussten. Die aufrechte Position heizte das Feuer zwischen ihnen beiden nur noch mehr an, brachte jeglichen Widerstand des letzten Funken Verstandes in Nikais Gehirn zu fall. Trotzdem waren es mal wieder Nikais hemdknöpfe die als erstes nachgaben und sich aus ihrem Dienst verabschiedeten, dicht gefolgt von Deliahs Oberteil. Nikai nahm sich allerdings einen augenblick Zeit es ihr tatsächlich über den Kopf zu ziehen und wagte es sich von ihren Lippen zu lösen. Doch nur um zärtlich und verlangend ihren Hals zu liebkosen, während weitere Kleidungsstücke ihren Platz auf dem Boden Rings um sie herum fanden.
Deliah hätte niemals damit gerechnet, dass dieser Tag hiermit ihr Ende finden könnte. Selbst wenn eron es ihr Prophezeit hätte, hätte sie ihm vermutlich ins Gesicht gelacht. Nicht nach dem Geschenk der Elfenkönigin, Nikais Geschichte oder Ahri, die heute in ihrem Zimmer aufgetaucht war. Doch das hier fühlte sich so verdammt gut an. Es fühlte sich richtig an, als würden sie einfach nur auf einander reagieren, auf das was sie beide wollten. Nicht weil sie gierig war, oder einfach nur die aufgekeimte Lust befriedigen wollte, sondern einfach weil sie ihm nahe sein Wollte. Sie wollte nicht mehr als das. Deliah nahm sich Zeit jeden Zentimeter seines Körpers mit ihren Händen und Lippen zu erkunden. In den letzten Monaten waren seine Muskeln noch definierter geworden, eine Tatsache die ihr in der Nacht im Tempel nicht aufgefallen war. Doch jetzt fiel es ihr umso deutlicher auf. Sein Muskeln spielten unter ihren Fingern. Sie konnte es deutlich spüren, wie er auf sie reagierte. Immer mehr Kleidungsstücke landeten irgendwo, was ihr immer mehr Möglichkeiten gab, jeden einzelnen Zentimeter von ihm zu liebkosen und sich ihm ganz hinzugeben. Es war anders als vor ihrem weggang. Irgendwie fühlte es sich intimer an, und das obwohl sie sich gefühlt mehr Zeit lösen, es weniger intensiv war, sondern mehr geprägt von dem Verlangen das sie einander entgegen brachten. Als auch das letzte bisschen Stoff sein Ende gefunden hatte, kam Delilah zu seinen Lippen zurück. Ihr Armen ging schnell, als sie gegen seine Lippen keuchte, bevor sie ihn wieder küsste. Angefacht von ihrer Leidenschaftlichen Zuneigung und die Sehnsucht, die sie die letzten Monate jeden einzelnen Tag verspürt hatte.
Nikais Hände führen sanft über ihren Körper, folgten unsichtbaren Linien auf ihrer Haut. Fast war es so als müsste er wirklich ertasten ob er nicht doch noch träumte. Während ihre Finger und Lippen auf seine Haut trafen, kribbelte es in seinem ganze Körper. Und ein bisschen wagte er es dieses kribbeln seiner Energien auf die zu übertragen, sonst würde er wohl noch den Verstand verlieren, mit dem was sie mit ihm machte. Vorsichtig schon er die Hände unter ihren Po, um sie ein wenig anzuheben und ihm genug Platz zu verschaffen, dass er sanft ihre warme korpermitte ertasten und massieren konnte. Ihre küsse nahmen ihn wieder gänzlich ein und er ging auf jeden einzelnen leidenschaftlich ein. Während dessen zog er seine Hände zurück, doch nur um sie sanft zurück und auf sich gleiten zu lassen, sodass er die Hitze ihres Körpers gänzlich spüren konnte und sie seit langer Zeit wieder eins mit ihr werden konnte. Diesmal war er es, der gegen ihre Lippen keuchte, dessen atmen kurz schwer ging, ehe er mit einem weiteren hungrigen Kuss dieses Liebesspiel begann. Er würde nie genug von ihr bekommen, dass war ihm bewusst.
Deliah konnte ganz deutlich das Kribbeln spüren, dass von seiner Gabe immer wieder auch auf sie übertragen wurde. Sie kannte das leichte Stupsen, doch das hier fühlte sich anders an. Genau wie seine Berührungen nicht einzig auf Befriedigung aus waren, so fühlte sich auch das Kribbeln intensiver an. Immer wieder keuchte sie zwischen den Küssen gegen seine Lippen, was sie allerdings unterlassen musste, als er begann sie zu massieren. Sie legte den Kopf einen Moment in den Nacken, indem ihre langen roten Haare über ihren Rücken walten, fast als wären sie ein Vorhang. Ein Unterdrücktes leises Stöhnen kam über ihre Lippen, welches sie durch das Zusammenpressen ihres Mundes abdämpfte. Als sie wieder zu ihn sah, funkelten ihre grünen Augen, bevor sie mit ihren Händen zu beiden Seiten seines Gesichtes ihn wieder küsste, fast als müsste sie ihn festhalten, damit er auch wirklich nicht ging. Als er schließlich von ihr abließ, nur um sich mit ihr zu vereinen, keuchte sie eins ums andere mal gegen seine Lippen und legte ihren Kopf gegen seine Stirn, bevor sie ihrerseits ihm entgegen kam. Es fühlte sich genau wie damals an, als hätte ihr Körper seiner Berührungen vergessen und wüsste nun genau auch ohne ihr zu tun, was sie tun musste. Das intensive Spiel, von dem sie niemals geglaubt hätte es jemals wieder zu fühlen.
Nikai musste sich wirklich zusammenreißen, um nciht einfach über die herzufallen, damit sie gleichberechtigt einander Zuwendung zeigen konnten. Dennoch war es ein durchaus hitziges Liebesspiel, welches auch durch aufgestaute Lust und Energie dominiert wurde. Nikai versuchte sich Zeit zu nehmen und Zeit zu lassen, aber dennoch kam es schneller zum explosiven Ende, als es ihm eigentlich lieb gewesen wäre. Allerdings sollten sie bedenken, dass sie heute Abend und Nacht nicht alle Zeit der Welt dafür hätten. Durchaus außer Atem und vor Schweiß leicht glänzend hielt nikai deliah noch einen Augenblick lang fest an sich gedrückt, ehe er sich nur ein wenig löste, um sie liebevoll zu küssen und die zerzausten Haare ein wenig zurück über ihre Schultern Strich. Ein schelmisches Grinsen hatte sich auf seine Lippen geschlichen.