Ahri hatte die Schatten der Reihe nach gehen sehen, während sie selbst ganz geduldig dort gestanden hatte, fast als wäre sie selbst eine Statue. Als Nikai endlich nach einer gefühlten Ewigkeit aus dem Saal kam, warf Ahri den Ball noch ein letztes mal in die Höhe, bevor sie sich von der Wand abstieß. Der Ball verschwand als sie auf ihn zu ging und mit dem Fuchsschwanz unterhalb seines Kinnes entlang strich. "Ich dachte schon du kommst gar nicht mehr." ihr vollen Lippen formten sich zu einer beleidgten Schnute. "Und dann habe ich mich gefragt, ob du mich etwa vergessen haben könntest." sie blieb in einer halben Armlänge entfernt zu ihm stehen. Wie immer trug sie ein Outfit, das jeden einzelnen ihrer weiblichen Züge hervor rief. So war sie nun mal, das war ihr Charme, ihre Magie und doch auch ihr bitteres Los. Von allen Männern angehimmelt und doch nie geliebt zu werden, war ihr Schicksal. Die Zeit an Nikai kam ihr in Erinnerung. So viele Stunden an Intimität hatten sie ausgetauscht, einige davon unter dem Einfluss ihres Liebeszaubers, und so viele, in denen die Zauber nicht nötig gewesen waren. Und doch hatte sie immer gewusst, dass es nicht mehr war. Nikais trauriger Blick fiel ihr ins Auge. Was ihm wohl durch den hübschen Kopf ging?
Es dauerte einen Moment ehe Nikai sich doch aus seiner starre lösen konnte. Allerdings schluckte er nochmals, ehe seine Lippen kurz benetzte. Er atmete mit einem leisen seufzen tief durch. "nicht vergessen...nein...ich war nur... Sehr beschäftigt." Entgegnete er ihr dann doch ein wenig nachdenklich und mit einem seltsam melancholischen Unterton. Fast hätte er gesagt, dass er wichtigeres zu tun gehabt hätte, aber er wollte sie nicht verletzen durch unbedachte Worte. Natürlich war sein Sohn für ihn wichtiger, aber er war auch für ahri verantwortlich. Er sah sie an, fast schon penetrant in die Augen, wollte sich von ihrem restlichen Anblick auf gar keinen Fall ablenken lassen, wobei er wusste, dass sie keinen Einfluß mehr auf ihn hatte. Doch irgendwo in ihm steckte wohl etwas paranoia. "was kann ich für dich tun?" Fragte er schließlich nach, auch wenn er sich konzentrieren musste, weil sein Kopf sich eigentlich um etwas anderes kümmern wollte.
Ahris einer Fuchsschwanz zuckte bei seinen Worten. Sie waren so bedacht, zu bedacht und überdacht. Das war absolut untypisch für ihn. Das ganze mit seinem Sohn ging ihm nahe, das konnte sie deutlich sehen. Ihr Ohr zuckte ein wenig bei seiner Frage und ihre Augen verengten sich für einen Moment. "Ich habe mich gefragt, wann du mich fragen wirst, ob ich euch begleite." wieder zuckte ihr Ohr, und und sie strich sich durch das wunderschöne wallende schwarze Haar. Als sie ihn wieder ansah, war ihr Blick ernster, weniger die verspielte Füchsin. "Jayce ist auch mein Freund und du hast mir geholfen, also würde ich diese Schuld gerne begleichen." sie schluckte und benetzte ihre Lippen, wobei sie mit ihrer Zungenspitze darüber fuhr und für einen Moment ihre spitzen Eckzähne zum Vorschein kamen. Irgendwie war es zum Teil ja auch ihre schuld, dass die Königin Nikais Sohn hatte, oder zumindest in so weit ihre schuld, dass die Königin einen Grund hatte Nikai damit zu bedrohen. Wenn Nikai ihr und ihrem Volk nicht geholfen hätte, wäre sein Sohn vielleicht noch in seinen Armen.
Bei ahris Worten schien nikai ein bisschen in sich zusammen zu sacken, er ließ die Schultern etwas hängen und lehnte sich an die Wand hinter sich und sah kurz mit gerunzelter Stirn auf den Boden vor sich. "du hast schon genug mitgemacht Ahri" Entgegnete er ihr schließlich. Gleichzeitig schalt er sich einen Vollidioten, war dieses argument das witzloseste und dümmste was ihm hätte einfallen können. Als ob der Rest seiner Selbstmordkommande-truppe weniger durch gemacht hätte als Ahri, manche von ihnen hatten vielleicht persönlich mehr durchgemacht. "wir haben dein Volk befreit, Ahri. Aber es ist noch lange nicht gänzlich frei. Sie werden immer noch bedroht, sie brauchen einen Zufluchtsort, eine neue Heimat, einen Ort an dem sie nei beginnen können ... Jace ist gefangen... Sie haben nur noch dich udn sie brauchen dich, sie brauchen jemanden an die sie glauben können. Dem sie vertrauen können und der ihnen einen Weg in die Zukunft weisen kann. Du solltest hier bei ihnen bleiben und den Platz deines Vaters einnehmen. Ich hab ihm versprochen dich zu beschützen, bis du soweit bist um in seine Fußstapfen zu treten. Du hast hier Pflichten die wichtiger sind, als mir in dieses Selbstmordkommande zu folgen. Es ist schon schlimm genug, dass ich die gesamte Führungsriege des Ordens mit auf diese Mission nehme. Ich kann für keinen garantieren, so sehr ich es mir auch wünsche, dass wir alle lebend da raus kommen. " Er sah sie ernst an. " und wenn wir scheitern, Jace nicht befreien oder nur noch seinen Tod feststellen können und dir schlimmsten Fall ebenso der Tod bevorsteht... Wen hat dein Volk dann noch? " Entgegnete er ihr uns seufzte. " Wenn wir scheitern, bin ich auch nicht mehr da, um deinem Volk helfen zu können...dann war der ganze Kampf bis zu diesem punkt für dein Volk sinnlos... All die, die um hierher zu gelangen ihr leben geopfert haben... Es wären dann vollkommen sinnlose Tode gewesen. Dein Ansinnen in allen Ehren, aber du musst mir gegenüber keinerlei Schuld begleichen "
Ahri musterte ihn, beobachtete seine Reaktion, wie er die Schultern hängen ließ und dann den Boden ansah. Konnte er sie nicht mehr ansehen? Was war nur mit ihm passiert, was hatte ihn so gebrochen. Was war in den letzten Tagen passiert, seit dem sie das letzte mal in seinem Bett gewesen war. "Das ist lächerlich." so ein Satz, nach der Zeit des darüber nachdenkens? Es klang wie ein dummer Scherz in ihren Ohren. Außerdem, wer war er das zu entscheiden. Wer war er überhaupt, ihr hier diesen Ansprache zu halten, als wüsste sie das nicht selbst. Über ihre Augen legte sich ein Schatten, und die eigentlich immer leicht rosa glimmende Kette an ihrem Hals, wurde dunkel, färbte sich purpur. Wut stieg in ihr auf. Wut die sie nur schwer zu zügeln wusste. "Wer bist du überhaupt mir sagen zu wollen, wo mein Platz sein sollte." ihre Worte klangen animalischer, angriffslustig. Ihre Spitzen Zähne kamen erneut zum vorschein, doch dieses mal wirkten sie länger, als könnte sie es nicht erwarten, sie in Nikais Hals zu versenken. Sie schloss die Augen. Und als sie sie wieder öffnete, waren sie wieder gold-gelb. Ihre Halskette wieder rosa, als wäre sie nun wieder der süße kleine Fuchs. "Jedem einzelnen hast du die Wahl gelassen, obwohl jeder einzelnen deines kleinen Selbstmordkommandos genauso Pflichten zu erfüllen hat. Sie sind Räte, Stadträte, Mütter und Väter, Söhne und Eheleute. Allesamt haben sie verdammt viel zu verlieren, und doch ziehen sie mit dir. Warum verwehrst du es mir? Warum lässt du mich nicht ein letztes mal noch an deiner Seite sein, um diese eine Schuld zu begleichen und danach endlich in Frieden an der Seite meines Volkes mein Leben weit weg von dir verweilen, während ich meine Lebtage dem hinterher trauere, was du schon längst gefunden hast?" Sie hatte den Kopf erhoben, ihr Haar wirbelte um sie herum, als sie ihn mit ihren Augen anfunkelte. "Ich bin schon so lange nicht mehr das kleine Mädchen, was du noch immer in mir siehst..."
Nikai seufzte wieder leise, wandte den Blick aber nicht von ihr ab, auch während ihres wutanfalls nicht. Es war ja nicht so, dass er diese Ausbrüche nicht kannte und er wusste auch, dass sie dabei verdammt gefährlich sein konnte. Er hörte ihr schweigend zu und spürte dieses vertraute ziehen, dieses Sehnsuchtsgefühl ihrer umgarnenden Magie als sich ihre Kette wieder verräterisch Rosa färbte. Seien Gabe war allerdings schneller und bildete unsichtbar für andere eine Art schützenden Schleier, hm diese magischen Kräfte abzublocken. Er massiere seufzend mit seiner freien Hand kurz seine Schläfen, als er für einen Augenblick die Augen schloss. "... Komm.." Fing er schließlich leise an und stieß sich selbst von der Wand an. "... Lass uns das jetzt nicht länger hier besprechen" Seine Stimme war zwar leise, doch dennoch durchaus bestimmt. Er hatte keine Luft hier ungeschützt derartiges am Ende noch lautstark auszudiskutieren, wo es jeder dahergelaufene mit neugierigen Ohren einfach so mitbekam. Natürlich würden es wohl immer noch genug mitkriegen, wenn sie ihn in seinem Quartier zusammenschrie, aber das war ihm dann irgendwie lieber. Und so konnte er während sie miteinander sprachen zumindest seine eigenen Vorbereitungen treffen, bevor er am Ende zu gar nichts mehr kam. Also ging er einfach an ihr vorbei, sah sie nochmal kurz auffordernd an und ging dann voraus in sein Quartier. Dort angekommen legte er die Unterlagen wieder auf seinem provisorischen Schreibtisch ab und schenkte zwei Gläser Wasser ein. Anschließend zog er seine Großmeisterrobe aus und richtete kurz sein Hemd. Am liebsten hätte er gar nicht mehr davon angefangen, doch er wollte die tierische Seite in ahri nicht noch mehr aifhetzen. "ich hatte nicht vor es dir zu verwehren. Ich lasse dir die Wahl. Ich wollte dich lediglich an deine eigentlichen Prioritäten erinnern. Prioritäten, die den anderen die mich begleiten mehr als bewusst sind." Erklärte er dann leise, ernst aber weiterhin durchaus melancholisch gestimmt. "... Sie folgen mir trotz ihrer Pflichten und Prioritäten in dieses Selbstmordkommando... Ja... Das mag sein... Aber sie tun es nicht meinetwegen, nicht für mich. Das solltest du vorher vielleicht wissen." Er verzog leicht das Gesicht, während er seine Kleidung für die Mission zusammen suchte. "das was du glaubst, dass ich gefunden habe... Ist nicht mehr als eine fragile Seifenblase... Ein Traum den ich nicht verdient habe. Ich muss viel dafür tun, damit das nicht zerplatzt." Er legte seine Sachen auf die Truhe und nahm seinen Waffengurt, legte ihn auf den Tisch und sah ahri. " du hast das alles noch vor dir, du kannst das alles noch finden. Und du solltest niemals jemandem wie mir hinterhertrauern. Du bist eine stolze junge Frau. Du solltest dir mehr wert sein als dich an mir zu verschwenden. Deine Zukunft liegt bereit vor dir. Ich will dir nicht im Weg stehen." Er zog seine Waffen aus dem Gürtel und begutachtete die fein gearbeiteten klingen, bevor er sie wieder auf dem Tisch ablegte. " deswegen habe ich dich nicht gefragt "
Ahri woltle wiedersprechen, sie wollte nicht mit ihm zu seinem Quartier. Es fühlte sich an als wäre er zu feige sich ihr hier zu stellen, doch sie lenkte doch ein. Was hatte sie auch für eine Wahl. Als ob sie sich wirklich ernsthaft gegen ihn wehren könnte. Am Ende war sie doch das kleine Kind. Sie schluckte bei dem Gedanken und folgte ihm dann schweigend bis zu seinem Quartier. Sie sah ihm dabei zu wie er die Robe ablegte und verschränkte die Arme vor der Brust. Ihre weißen Schwänze peitschten noch immer leicht um sie herum, zeigten deutlich wie aufgebracht sie noch immer war, obwohl ihre Kette nicht pulsierte, sondern fast still da lag. Sie wusste ja, dass sie nicht mehr zu ihm durchdringen konnte. Er hatte Deliah und seine Gabe. Vielleicht war er deshalb immer so interessant für sie gewesen. Weil es wie ein Kampf gewesen war, in dem jeder siegen und verlieren konnte. "Du musst mich nicht an meine Prioritäten erinnern, Nikai. Ich war da, als mein Volk begann zu leiden. Ich war da, als die Elfen begannen uns auszulöschen, uns abschlachteten, als wären wir nur Vieh. Ich war immer da." sie zügelte sich. Sie wollte nicht wieder wütend werden. Nicht schon wieder. Das würde nur noch mehr unterstreichen, dass sie eben doch die kleine, dumme, junge Frau war, die er aus ihr machte. Doch dann wurden ihre Züge doch weicher, viel weicher, fast sanft, sie trat auf ihn zu. Es war nicht dieses sexy gehen, wo sie ihm bei der nächst besten Gelegenheit ausziehen wollte. Sie blieb in einer Armlänge entfernt stehen, wie auch schon vorhin und fixierte ihn mit ihrem Blick. "Glaubst du wirklich, dass niemand von ihnen wegen dir geht?" um ihre Lippen spielte ein Lächeln. "Du hast wirklich keine Ahnung, was du für eine Wirkung auf Menschen hast. Obwohl du so viel Älter bist als ich, bist du doch immer noch ein Kind was denkt, dass es ganz alleine auf dieser Welt ist. Vielleicht solltest auch du erwachsen werden." sie trat zurück und ließ ihn weiter zusammen sammeln. "und wenn es dir hilft. Ich möchte das nicht nur für dich. Auch für Jace." Sie hatte wieder ihren kleinen blauen Ball hervor geholt den sie auf und ab warf. "Du hast alles Glück der Welt verdient, Nikai. Vielleicht verstehst du auch irgendwann, dass du genug gelitten hast in deinem Leben." sie strich sich durchs schwarze Haar, bevor sie den Ball aus der Luft fing. "Du missverstehst mich. Ich bin nun mal eine Frau, die von Männern begehrt wird, die sie mit nach Hause nehmen und dann für eine weniger schöne Frau verlassen, um mit ihr Kinder zu bekommen. Und das ist in Ordnung, aber das heißt nicht, dass ich nicht dem Traum hinterher jage, von dem du denkst, ihn nicht zu verdient zu haben."
Nikai ließ sie erstmal reden, während er seinen Waffengurt auseinander nahm und sortierte, was er für diese Mission bei sich bräuchte oder gebrauchen könnte. Dennoch wollte er nicht zu viel mitnehmen, was ihn am Ende einschränken könnte. Zuletzt nahm er wieder seine Dolche, teste rein aus Gewohnheit die Schärfe der klingen, den griff und ob sie weiterhin ausbalanciert waren. Eigentlich unnötig bei solchen magisch geschmiedeten Meisterwerken, doch er durfte sich keine Fehler erlauben. Dann nahm er wieder ein spezielles Tuch und polierte die klingen, bis sie glänzten wie kostbare Spiegel. "du vertauscht etwas, ahri. Ich bin erwachsen geworden... Als Kind hatte ich meine Freunde um mich und wir stürzten und blind aufeinander vertrauend fast kopflos in waghalsige Abenteuer. Ich nenne sie auch noch meine Freunde, meine Gefühle dahingehend sind bis heute unverändert. Aber mir ist meine Wirkung auf andere durchaus bewusst, nicht zuletzt weil ich diese schamlos ausnutze. Wenn man erwachsen wird, dann wird einem irgendwann bewusst wie viel scheiße man gebaut hat, wie sehr man seine Freunde verletzt und ausgenutzt hat... Wie sehr man sie im Stich gelassen hat, wenn man seinen eigenen Egoismus zur Priorität macht und ohne Rücksicht auf Verluste sein eigenes Leben macht. Ich kann es ihnen allen nicht vorwerfen mir durchaus verhalten und misstrauisch gegenüber zu treten. Ich bin einfach wieder aufgetaucht und habe meine Egoismus weiterhin durchgezogen. Die Rückmeldung dafür ist eine bittere Pille, die ich schlucken muss und ich kann jeden Grund, den ich genannt bekommen habe nachvollziehen. Sie tun es für die Mutter meines Sohnes, weil sie ihre Familie ist, weil sie immer da war und geholfen hat, weil sie die Schwester ist, die Nichte. Sie tun es für meinen Sohn, weil sein Leben bedeutet, dass die eigenen Kinder einmal nicht die Bürde des Großmeistertitels tragen müssen. Du tust es um eine Schuld zu begleichen und für Jace. " Er seufzte leise und knirschte kurz mit den Zähnen. " ich weiß es klingt verbittert, aber du hebst mich teilweise auf ein Podest, welches ich wirklich nicht verdient. Ich bin ein Mann, der viele Fehler gemacht hat... Fehler die man nicht rückgängig machen oder verzeihen kann. Ich habe bereits zwei leben gelebt und einmal alles Glück dieser Welt mit Füßen getreten und mit Blut besudelt. Mag sein, dass ich jetzt wieder Glück erfahre... Erneut...Ich kann mich wahrlich glücklich schätzen und es ist mehr als ich in 10000 leben verdient hätte. Udn dennoch hatte ich nichts besseres zu tun, als auch dieses Glück fast zu zerstören bis ich jetzt nur noch versuchen kann diesen Scherbenhaufen aufzusammeln und hoffe darauf wieder etwas aufbauen zu können, weil ich egoistisch war, viel zu sehr von mir selbst überzeugt war und mich aufgeführt habe wie ein aufgeblasener Casanova in seiner jungen Blütezeit um jede hübsche Frau ins Bett zu kriegen, nur um sich nicht binden zu müssen " Er begann fast schon über sich selbst zu feixen. Er spielte allerdings auch darauf an, dass er neben Deliah auch fast schon im Wechsel sie selbst bei sich im Bett hatte und zu Beginn in seiner eigenen Torheit cahara selbst ein paar Mal angeflirtet hatte. Im Nachhinein war ihm das mehr als unangenehm und er würde es am liebsten irgendwo ganz tief unten begraben. Er schwieg eine Zeit lang und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. "das ist das Problem ahri... Hast du doch jemals als mehr als das gesehen? Mehr als die Frau für eine Nacht... Oder mehrere belanglose Nächte, mehr als nur eine Spielgefährtin? Vielleicht solltest aufhören diesem Traum hinterherzujagen, sondern anfangen ihn zu leben" Entgegnete er ihr dann schließlich ruhiger, nachdenklicher, einfühlsamer. "du bist so viel mehr als eine Hure, ahri. Du solltest aufhören dich selbst als soetwas zu sehen... Du verkaufst dich auf diese Art und Weise...Männer neigen dann dazu ebenso nicht mehr als das in die zu sehen, ein zeitlich begrenztes Abenteuer. Lass dir das von jemanden sagen, der genau das mit dir durchgemacht hat. Genau das haben wir doch miteinander durch. Du bist so viel mehr als das... Wann erkennst du dich selbst und deinen Wert? " Er sah sie direkt an.
Ahri verstand nicht warum er sie reden ließ. Die meisten Männer taten das nicht. Männer wollten nicht das Frauen redeten, sie wollten selbst reden und reden, und schließlich beglückt einschlafen. Sie waren alle gleich, so einfach zu durchschauen, so einfach zu umgarnen und schließlich auch so einfach zu dem zu machen was sie machen. Männer waren wie Dreck. Nicht mehr Wert, als den Boden unter ihren Füßen zu küssen. Ihre Gedanken zerplatzten wie eine Seifenblase als er wieder sprach und sie sah auf. "Ich glaube du solltest genauer hinsehen." ohja, er klang verbittert, sehr sogar. Verbittert, verletzt, gebrochen. Sie hatte den Nikai gemocht, den er nun beerdigt wollte. Den Cassanova, den Mann, der gewusst hatte was für eine Wirkung er hatte. Den Nikai der bereit war zu kämpfen. Von dem Nikai vor sich, war sie das nicht sicher. Auf der einen Seite wirkte er gefasster, doch sie verstand nicht warum er dermaßen hart mit sich ins Gericht ging. Er war doch auch nur ein Mensch. Nur ein Mann, der Fehler machte, wie jeder andere auch. Und in einem war sich Ahri sicher, egal wie schlimm die Vergehen waren, die er sich selbst anlastete, jeder konnte sich ändern. Sie dachte an den König von Nawaria. Sie hatte von Cole nur Geschichten gehört, den König selbst nie kennen gelernt, doch sie hatte gehört davon, von dem Schatten der zum Rächer und schließlich zum König geworden war. Jeder Mensch konnte doch sein eigenes Glück selbst in die Hand nehmen und es aus dem neu schmieden was einem gegeben wurde, oder etwas nicht? "Es gibt nicht ein Kontigent an Glück, was jedem Menschen zur Teil wird, und das irgendwann ausgeschöpft ist." war schließlich das einzige, was sie sagte. Sie wusste worauf er anspielte. Es war diese Seite an ihm, die sie ausgenutzt hatte, die sie gebraucht hatte um ihn an sein Versprechen und seine Pflicht zu erinnern. Es war diese Seite gewesen, die es ihr ermöglicht hatte ihr Volk zu retten. "Du hast mir geholfen mein Volk zu retten. Ich kann dich auf jedes Podest heben, das ich für richtig halte... Du weißt doch, dass ich dich schon seit unserer ersten Begegnung angehimmelt habe. Für mich wirst du immer auf einem Podest stehen Nikai, auch wenn du dich vielleicht selbst nicht auf einem solchen siehst. Egal wie viele Fehler du machst, du wirst immer der Mann sein, der an meiner Seite war, als die Tierelfen befreit wurde. Vielleicht hast du dein Glück getreten und auch dein jetziges zerbrochen, doch du hast auch so viel gutes getan und wirst es noch tun." ihre Stimme war fast eine Spur traurig geworden, doch sie fing sich wieder bei seinen nächsten Worten, die sie heftig schlucken ließen. "Ich denke ich sollte gehen." sie wand sich ab und ging zur Tür, an der sie stehen blieb und sich doch noch einmal zu ihm umdrehte. "Ein letztes Mal, will ich noch an deiner Seite sein. Um Meinetwillen."
Nikai hörte ahri wieder zu und dachte über ihre Wort nach. Vielleicht sollte er genauer hinsehen, noch genauer. Aber nicht heute. Irgendwann wenn die Zeit es zu lies, wenn er sich selbst vergeben komnte, wenn er das Monster welches er war akzeptiert oder beseitigt war. Sie himmelte ihn an, ja. Von Anfang an. Sie umgarnte ihn und er war nur zu gern ein Spieler der ihr Spiel eine Weile hatte mitspielen wollen. Er seufzte leise, als er ihre veränderte Stimme wahrnahm, als er ihren Wunden Punkt getroffen hatte und sie sich deshalb entschied zu gehen. Vielleicht war es Zeit für eine Lektion, eine Kostprobe seiner selbst. "du glaubst mich zu kennen ahri. Du hast Zeit mit mir verbracht und dein Spiel mit mir spielen wollen" Er erhob sich von seinem Stuhl und lehnte sich fast schon etwas zu lässig gegen seinen Tisch. Seine Augen fixierten sie, als sie zur Tür gehen wollte, dort inne hielt und nochmal zu ihm sah. Er aktivierte seine Gabe, den düsteren Teil seiner Gabe. Der Sternenhimmel in seinen schwarzen Augen funkelte bedrohlich, ehe sie sich einmal komplett schwarz färbten. Mit seiner Gabe konnte er die Energien anderer beeinflussen. Andere aufspüren, die Energien überlasten und den Tod herbei führen, Fähigkeiten dauerhaft nehmen. Doch was viel grausamer war, er konnte andere bei vollem Bewusstsein zu wehrlosen Marionetten machen. "du kannst jetzt noch nicht gehen." Entgegnete er ihr vielleicht eine Spur zu ernst. Seine Gabe erfasste sie und Zwang ihren Körper zurück zu ihm zu kehren, näher als sie es vorher beabsichtigte an ihn heran zu treten. Er hatte die Kontrolle über sie, konnte sie alles tun lassen was er wollte. "du solltest selbst ebenso genauer hinsehen, wen du versuchst mit deiner Magie zu bezirzen. Es ist ein gefährliches Spiel, ahri. Und du solltest dir bewusst sein, dass du nicht der einzige Spieler bist. Pass auf dich auf und kenne deinen Wert." Merkte er nochmal ernst an. " ich lasse dich mitkommen. Du hältst dich an die vereinbarten Regeln, keine alleingänge, keine eigenmächtigen Ideen... Wir sind nicht hinter der Königin her. Nicht heute " Schärfe er ihr nochmals ein und sie waren sich so nahe, dass vor einiger Zeit die ganze Situation sicherlich in einem wilden Kuss und Hemmungslosen Sex geendet hätte. Nikai sah sie Noch einmal eindringlich an, ehe er fast ruckartig seine Gabe zurück zog und sie frei gab.
Ahri hatte für einen Moment an der Tür verharrt, sich gefragt ob er noch antworten würde, doch sich dann für ein Nein entschieden. Als er es doch tat, hatte sie bereits die Hand an die Tür gelegt, doch sie drehte sich doch zu ihm um. Vermutlich würde sie sich immer zu ihm umdrehen. Ein Teil von ihr würde Nikai immer Lieben. Nicht als Geliebter, sondern etwas viel tieferes, dass er mit ihr verband. Sie war sich nicht sicher ob er das verstehen konnte, ob er es vielleicht auch einfach nicht verstehen wollte. Sie schluckte als er Aufstand und sich so lässig auf den Tisch lehnte, doch vor allem schluckte sie, weil sie den schwarzen Sternenhimmel seiner Augen auch von der Tür aus mühelos erkennen konnte. Immer wieder hatte sie Nikais Gabe auf sich gespürt, meist nur mit kleinen Stupsern gegen ihre Energie, doch das hier war etwas anderes. Als ihr Körper sich ohne ihr zu tun in Bewegung setzten wollte sie für einen Augenblick dagegen ankämpfen, doch stattdessen tat sie es nicht. Sie begegnete ihm mit einem Stolz in den Augen, der keine Angst ausstrahlte. Wenigstens das konnte sie kontrollieren. Er konnte ihren Körper haben, wie so viele vor ihm, doch ihr Geist und ihre Emotionen gehörten nur ihr allein. Sie lauschte seinen Worten, als hätte sie auch eine andere Wahl, doch als seine Gabe von ihr abließ, strauchelte sie nicht einmal. Sie blieb an Ort und Stelle stehen und starrte ihn an. Vorher hatte ihre Kette noch ganz still dagelegen, doch jetzt pulsierte sie heftig. Nicht rosa sondern blutrot. "Ich werde es im Gedächtnis behalten." ihre Stimme war Zucker süß und freundlich als sie einen Schritt zurück machte und dann einen tiefen Knicks machte. "Großmeister." sie erhob sich und ging mit erhobenem Haupt zur Tür. Alle 9 ihrer schneeweißen Fuchsschwänze waren regungslos. Nicht einmal eines ihrer Ohren zuckte. Als sie die Tür erreichte und wortlos das Quartier verließ. Das hier würde sie sicher noch lange verfolgen, doch nicht wegen dem merkwürdigen Gefühl keine Kontrolle über den eigenen Körper zu haben, sondern vielleicht weil der Teil in ihr, der Nikai immer lieben würde, gerade in Tausend Teilen zerbrochen war, als sie realisieren musste, dass auch er einfach nur ein Mann war. Ein Mann wie jeder andere auch...
Nikai verharrte in seiner position, in seiner Maske, bis ahri zu seiner Tür hinaus war und diese sich wieder verschloss. Erst dann löste er sich mit einem langen seufzen aus seiner starre. "Ahri" Ihr name lag ihm leise auf den Lippen, dann schüttelte er den Kopf. Er hatte dies tun müssen, auch wenn es ihm nicht so leicht gefallen war, wie es nach außen hin wohl den Anschein gehabt hatte. Es war das einfachste von ihm los zu kommen, wenn man ihn hasste und nicht anhimmelte. Für einen kurzen Moment hatte er an seinem Vorhaben ihr wehzutun gezweifelt, weil er dachte sie beide könnten Freunde sein, doch dafür hatte es zwischen ihnen zu viel Intimität gegeben. Der Fokus war immer auf diesem Aspekt gelegen. Deshalb konnte eine Freundschaft zwischen ihnen nicht funktionieren. Nicht so wie zwischen ihm und Thalia oder cahara. Er verzog das Gesicht. Korrektur. Zwischen ihm und cahara funktionierte es ja auch nicht. Langsam zweifelte er daran, ob er überhaupt dazu fähig war so etwas wie Freundschaften zu führen. Knurrend fuhr er sich durch die Haare und kurz über das Gesicht, schloss die Augen und versuchte seine Gedanken zu bereinigen. Es war jetzt einfach nicht der Zeitpunkt um über so etwas nachzudenken. Sein Fokus musste nun auf der Mission und seinen Vorbereitungen liegen. Also packte er seine Sachen endlich fertig zu sammen und verließ schließlich sein Quartier wieder, um ein zwei Stunden draußen auf dem Hügel Richtung Elfen Hauptstadt zur Ruhe zu kommen, sich auf seine Gabe zu konzentrieren und sich tief mit ihr verbunden zu fühlen. Dann würde er versuchen vielleicht noch ein paar Stündchen schlaf zu bekommen.
Ahri sah nicht zurück, als sie mir zügigen Schritten den Weg zu ihrem eigenen Quartier einschlug. Sie war wütend, so wütend, dass sie sich nicht einmal sicher war, ob sie seit dem Tod ihres Vaters bereits so gewesen war. Sie schmeckte säuerlich in ihrer Kehle. Wie gerne sie jetzt ihr ganzes Vorhaben in den Wind geschossen hatte um Nikai das zurück zu geben, was er ihr gerade angetan hätte. Sollte er und sein Trupp doch scheitern. Sollte er doch für immer in seiner selbst gemachten Hölle schmoren, an der Seite all dieser anderen Namenslosen Männer, für die sie nichts übrig hatte als Verachtung. Er hatte Ihr eine Lektion erteilt. Genau wie es ihr Vater früher getan hatte. Wie war es nur möglich, dass sie sich wieder so klein, so hilflos fühlen konnte, nur weil es ihm gerade so gepasst hatte. Sie kämpfte gegen den Drang, doch schließlich verlor sie doch. Wenn er Spiele spielchen wollte, wenn er ihr eine Lektion erteilen konnte, dann war sie das auch. Er hatte willentlich zerbrochen was ihr wichtig war, wieso sollte sie diese Schuld nicht zurück zahlen. Ihre Füße trugen sie ohne ihr Zutun und schließlich klopfte sie an der Tür zu Deliahs Quartier, welche sie herein bat.
Deliah hatte eine weile bei Firnen gesessen, versucht nicht daran zu denken, was passieren könnte, wenn sie scheiterten und firnen hatte sie mit seinen warmen Gedanken versucht zu beruhigen. Irgendwann hatte sie sich doch bei ihm verabschiedet und sich auf den Weg zu ihrem Quartier zu machen um sich für das bevorstehende vorzubereiten. Sie prüfte ihre leichte Drachenschuppenrüstung, polierte ihre Waffen und ließ sich schließlich auf ihr Bett sinken um zu meditieren. Sie bräuchte ihre Gabe, dringend. Sie wurde darin unterbrochen, als es an der Tür klopfte und Ahri herein geschlüpft kam. Ein fragender Ausdruck lag auf ihrer Stirn, der schnell zu Verwirrung und dann Wut Umschwang.
Nikai kehrte schließlich zurück in die Stadt. Er hielt es nicht länger aus, zu warten. Doch er musste. Er war gezwungen nun zu warten, nichts zu überstürzen und irgendwie verging die Zeit vermutlich doch schneller als ihm lieb war. Er ging zurück in sein Quartier, ging ein letztes Mal seine Notizen und Gedanken durch. Dann legte er sich aufs Bett und nahm die Kristallkugel in seine Hände, betrachte ein paar Bilder in ihr. Bevor er sie an seine Stirn legte und die letzten Erinnerungen, seit seinem letzten speicherpunkt darin aufbewahrte. Ein bisschen nagte das schlechte Gewissen an ihm, dass er so hart zu ahri gewesen war. Doch in ihm waren Gefühle hochgekocht für die er sich schämte. Jace hatte ihm gedroht deliah wehzutun und ahri war seitdem um ihn herum geschlichen um ihn daran zu erinnern. Sein Verhalten war wirklich beschämend, doch es zu ändern war jetzt wieder zu spät.
Deliah saß auf dem Bett, das tat sie seitdem die schwarzhaarige Tierelfe sie hier zurück gelassen hatte. In ihrem Kopf schwirrte so viel herum. Schon wieder. Wie sollte sie jemals zur Ruhe kommen, wenn eine Nachricht die nächste jagte. Ihre Hand zitterte als sie darauf sah. Sie schluckte und biss die Zähne zusammen. Nicht weinen. Egal was passierte, sie durfte nicht weinen. Sie befürchtete vielleicht nie wieder damit aufhören zu können wenn sie es tat. Sie ließ sich zurück fallen in die harte Matratze und starrte die Decke an. Wie gerne sie einfach vergessen würde. Alles was sie in den letzten 48 Stunden gehört hatte. Einfach so tun, als wäre das nie passiert. Doch was dann? Sie seufzte und erhob sich um die letzten Vorkehrungen zu treffen. Funktionieren. Das konnte sie. Egal wie einsam oder allein sie sich fühlte. Sie musste einfach. Doch als sie versuchte ihre Gabe zu aktivieren, war da nichts. Keine Regung, kein Gefühl was sie durchströmte. Verdammt. Wenn sie nur blockiert war, gäbe es da draußen einen Schatten, der die Blockade lösen konnte, doch sie konnte und wollte ihn nicht sehen. Nicht nach alledem was Ahri ihr gesagt hatte, nicht nachdem was er selbst ihr gesagt hatte. Aber es wäre möglich, dass es gar keine Blockade war, oder? Sie ließ sich auf den Boden in der Mitte des Raumes nieder. Ahri hatte sie beim meditieren gestört, vielleicht konnte ihr das helfen. Sie ließ sich hinabgleiten in die dunkle, ruhige Welt und versuchte sich auf nichts zu konzentrieren, außer die Stille und den Strom der Zeit um sie herum. Es dauerte Stunden bis sie endlich wieder etwas spürte, Bis sie wirklich ruhig geworden war, dass sie das leichte Prickeln auf der Haut spüren konnte, und als sie dieses mal danach griff, konnte sie spüren, wie ihre Gabe ihren Körper durchflutete. Stand nur zur Debatte ob sie das morgen früh auch hinbekam, wenn sie nicht Stunden Zeit hatte um zu meditieren. Sie seufzte und erhob sich bevor sie sich in ihr Bett legte. Jetzt wieder alleine zu sein, fühlte sich merkwürdig an, leer und einsam. Sie hasste sich für diesen Gedanken. Wie viel musste Nikai ihr noch antun, dass sie aufhören würde ihm nachzurennen. Wie viel musste sie noch ertragen, bevor sie ihn endlich gehen lassen konnte? Es tat so unglaublich weh ihn zu lieben. Das hatte es gestern schon und an jedem Tag seitdem sie es tat. Es sollte sich nicht so anfühlen, oder etwa nicht? Sie schluckte als sie die Tränen spürte die sich wie Sturzbäche ihren Weg ihre Wangen hinab bahnten. Sie schloss die Augen und ließ es geschehen.
Nikai erhob sich schließlich von seinem Bett und packte die Kristallkugel weg. Die Unruhe trieb ihn umher. Er konnte und wollte die letzten Stunden nicht alleine sein. Er könnte mit seiner Schülerin sprechen, doch alles an diesem Gespräch würde wie ein Abschied klingen bei dem sie sich nie wieder sehen würden. Dies wollte er nicht. Sein Herz musste bei dem einzigen Menschen sein, der ihm mehr als die ganze Welt bedeutete: Deliah. Natürlich wollte er sie nicht stören oder ihr das Gefühl geben ihr ständig auf die pelle rücken zu wollen. Doch war nicht gerade das seine Pflicht? Bei ihr zu sein, für sie da zu sein, sie nicht mehr alleine mit all dem zu lassen. Dies hatte er ihr versprochen und zu diesem Versprechen würde er stehen. Also machte er sich auf den Weg zu ihrem Quartier. Er klopfte zaghaft an, spürte aber dann einfach ihre aufgewühlten Energien, die so schmerzhaft waren. Deshalb entschied er sich dazu doch einfach einzutreten. Es tat ihm im Herzen weh sie so zerbrochen zu sehen, ahnte er ja noch nicht warum. Er überwand die Distanz zu ihr und zog sie einfach in seine Arme, an seine Brust und Strich ihr übers Haare. Worte hatte er nicht, wollte er ihr mit seiner Nähe einfach nur helfen, sie festhalten, ihre stütze sein.
Deliah hörte das Klopfen, irgendwo ganz weit entfernt, doch sie reagierte nicht. Vielleicht würde derjenige einfach gehen, wenn sie nicht reagierte, doch als sie Nikais Arme um sich spüren konnte, wurde ihr klar dass das nur ein Wunschtraum gewesen war. Tränen liefen ihr noch immer unkontrolliert Über die Wangen. Sie wollte ihn nicht hier haben, sie wollte ihn von sich stoßen, ein für alle mal und endlich frei sein von ihm, von den Schatten der er schon so lange auf sie legte und auf der andere seite wohl sie nichts mehr als bei ihm sein. Warum konnte er sie nicht einfach loslassen, sie endlich frei sein lassen? Sie schluckte, versuchte gegen die Tränen anzukämpfen, doch es gelang ihr nicht. Nikais Nähe machte es noch schlimmer. Es zeigte ihr einmal mehr auf, wie verloren sie war. Das der Traum von Freiheit verloren war. Sie könnte nie frei sein. Warum musste es nur so weh tun? Warum...? Mit all der Willenskraft die sie aufbrachte drückte sie ihn von sich. Nicht dass es viel gewesen wäre. Es sorgte eher dafür, dass ihr Kopf zumindest nicht mehr gegen seine Brust gedrückt wurde, und sie ihre Hände in ihrem Schoß zwischen sie legen konnte. Sie konnte ihn nicht ansehen. Wenn sie ihn ansah, würde sie alles vergessen, eins ums andere mal all diese schlimmen Dinge in den Wind schlagen, wie sie es gestern getan hatte. Sie durfte nicht wieder schwach werden.
Nikai seufzte leise, als er spürte wie sie mit aller Kraft, mehr etwas kläglich, versuchte ihn ein wenig weg zu drücken. Um Abstand zwischen sie zu bringen. Kurz musste er sich dazu überwinden, aber er ließ sie gewähren. Er ließ Locker, Strich sanft, tröstend über ihre Arme und ließ sich dann vor ihr auf die Knie sinken. Er sah sie an, bemerkte, dass sie ihn nicht ansehen konnte oder wollte. Schmerz spürte er in seinem Herzen, doch er würde sie dazu nicht zwingen. Für sie wollte er alles sein, was sie brauchte. "ich weiß... Die Situation erscheint einem so aussichtslos, aber wir schaffen das. Ich glaube daran, dass es funktioniert und wir unseren kleinen Sohn am Morgen in unseren armen halten werden. Ich habe dir versprochen ihn dir zurück zu bringen und dich nicht mehr allein mit allem zu lassen. Ich halte mein Versprechen " Schließlich fand er doch Worte, einfühlsame, sanfte Worte. Doch er spürte ein gewisse Ablehnung die sie ausstrahlte, etwas dass den Schmerz in einem Herzen verursachte. Doch er musste sich ins Gedächtnis rufen, dass er ihr die Grausamkeit seiner Vergangenheit gezeigt hatte und sie dies, wie es eigentlich zu erwarten war, sehr beschäftigte. Fast wünschte er sich es ihr nicht gesagt zu haben, doch er konnte nicht länger eine Lüge leben. Nicht ihr gegenüber, sie hatte die Wahrheit verdient und er würde um sie kämpfen. Er würde mit ihr alles besser machen. Dies hatte er sich selbst zum Ziel gemacht.
Deliah tat es weh ihn von sich wegzudrücken und zeitgleich tat es weh seine sanften Berührungen auf den Armen zu spüren. Seine Worte fühlten sich so weit weg und doch halten sie in ihrem Kopf wieder. Das war also der Grund warum er annahm, dass sie weinte. Ihr Sohn. Es war so dumm. Eigentlich sollte sie deshalb weinen. Weinen um den kleinen Schattenprinz und um die Verzweiflung die es mit sich brachte, doch das tat sie nicht. Sie war so eine verdammt schlechte Mutter, denn sie wusste genau, dass sie dieses Kind nie so lieben würde wie Nikai. Vielleicht hatte sie es deshalb zurück gekassen, weil sie gewusst hatte, dass es in ihrem Leben eigentlich keinen Platz für ihn gab. In ihrem gebrochenen Herzen keinen Platz. "Warum tut es so weh, dich zu lieben?" ihre Worte waren schwer zu verstehen in dem Tränenfluss der immer noch ihre Wangen hinab rann. Sie verbarg das Gesicht in ihren Händen. Sie wollte nicht so sein. Sie wollte eine starke Frau sein, die über dem allem stehen könnte, doch das war sie nicht. Sie war eben doch noch so jung und unerfahren. Ihre Schultern waren herab gesunken und ein erneuter Tränenschauer überkam sie, in dem ihre nächsten Worte förmlich untergehen. "...Warum kann ich dich nicht einfach nicht mehr lieben...?"
Nikai blinzelte kurz irritiert als sie mit diesen Worten aus sich heraus brach und es ihr dabei nur noch schlechter zu ergehen schien. Es zerriss ihm fast das Herz, dass es ihr mit der Beziehung zu ihm so dermaßen schlecht ging. Wobei Beziehung noch das falsche Wort war. Sie führten keine Beziehung, so sehr nikai es auch wollte. Er fühlte sich dermaßen mies, für all ihr Leid verantwortlich zu sein, hatte er doch nur das Beste für sie gewollt. Er seufzte leise und ließ den Kopf hängen. Gestern und heute morgen war aller noch in Ordnung gewesen.... Was bei genauerer Betrachtung eigentlich auch falsch war. Jetzt schienen alls die Zweifel und all die Ereignisse über deliah hereinzubrechen. Er war gerade dabei sie zu verlieren, er wollte sie nie verlieren. "... Ich weiß es nicht..." Flüsterte er traurig und ergriff etwas zögerlich ihre Hände in ihrem schoß. "ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Zurück zu dem. Moment als Jace und ahri Mir mit deinem Leben drohten wenn ich nicht bald etwas gegen die Elfen unternehmen würde und ihnen klar machen, dass sie mir dich nicht wegnehmen können... Stattdessen war ich feige und dachte wenn ich mich von dir abwende könnte ich dich aus der schussbahn nehmen und dich besser beschützen. Doch allein zu lassen war mein größter Fehler... Dies hat alles in dir verletzt, etwas was ich nie wollte. " Er schluckte schwer. " ich wollte nie, dass du unter mir so leiden musst... Es tut mir so unendlich leid... Auch wenn eine Entschuldigung nichts davon ungeschehen macht. " Seine Stimme war leise, er kämpfte, dass sie nicht brach. Er fühlte Sich hilflos, doch er musste für deliah stark sein. Doch wie konnte er jetzt in diesem. Moment stark sein? Wie könnte er ihr jetzt helfen. Sie liebte ihn, aber sie wollte ihn nicht lieben. Das sagte sie ihm doch damit. Er hatte ihre Hände loslassen müssen als sie ihr Gesicht vor ihm in ihren Händen versteckte. Ein Anblick, der ihn nur noch mehr schmerzte. Doch jeder Schmerz den er fühlte, war wohl nichts im Vergleich zu der zerrissenheit die deliah spürte. "du kannst mich davon jagen, doch von mir abwenden, wenn dies dein Wunsch ist... Ich würde es verstehen und deinem Wunsch nachgeben, es zu akzeptieren wäre wohl nahezu unmöglich, aber ich würde deine Entscheidung respektieren. Vielleicht würdest du mir wenigstens erlauben, alles in meiner Macht stehende zu tun, damit du und unser kleiner Prinz ein gutes Leben haben werdet. Sonst hätte nichts mehr in meinem Leben einen Sinn. Ich persönlich würde immer auf dich warten. Du bist meine Gegenwart und meine Zukunft, dir gehört auf ewig mein Herz... Egal ob du dich dafür oder dagegen entscheidest. Ich möchte dir nur nie wieder wehtun." Gestand er dann leise.