Deliah hatte die Augen geschlossen, als Nikai ihr diesen sanften, liebevollen Kuss auf die Schläfe gehaucht hatte. So sehr wünschte sie sich, dass er sie wirklich küsste. Doch sie wand sich von dem Gedanken ab, als sie ihn dabei beobachtete wie er den Ring auf dem Grab ablegte. Würde er nun, da er über all das gesprochen hatte, mit der Vergangenheit abschließen können? Würde er nun endlich ganz ihr gehören, ohne den Schatten den Elaine so lange über sie geworfen hatte. Sie ärgerte sich über sich selbst. Was war das für ein Gedanke? War sie etwa eifersüchtig auf eine Tote? Auf eine Tote Frau, an deren Grab sie gerade stand? Alleine der Gedanke machte ihr Angst. Was hatte diese verzehrende Sehnsucht aus ihr gemacht? Nikais Hand fühlte sich warm an in der ihren. Ihre Finger dagegen fast ein wenig kühl. Gemeinsam mit Nikai an ihrer Seite trat sie zurück zu Firnen. Sie sah zu dem großen Drachen hinauf, der seinen Kopf nicht wie sonst auf dem Boden abgelegt hatte sondern sie beide beobachtete. Immer noch waren seine goldenen Augen zu schlitzen verengt und er ließ Nikai keine Sekunde aus den Augen. Aus seinen Nüstern traten ganz kleine, graue Rauchwölkchen auf. Deliah seufzte und strich dann über das grüne Schuppenkleid. Sie war froh es berühren zu können. Firnen starken Herzschlag unter der Hand spüren zu können, seine Wärme an den Fingern zu spüren beruhigte sie. Für einen Moment hatte sie wirklich befürchtet ihn zu verlieren, doch dass er noch hier war, dass er Nikai noch nicht gefressen hatte, schien ein positives zeichen zu sein, oder? F//Ich kann ihn immer noch fressen.// Firnens Worte in ihrem Kopf klangen ruhig, doch sie wusste genau, dass der Drache seine Drohung jederzeit in die Tat umsetzen konnte. Wer könnte ihn schon aufhalten, diesen riesengroßen, grünen Giganten. Sanft strich sie ihm noch einmal über die Flanke, bevor sie dabei zusah, wie er den Kopf ein wenig senkte, sodass sie aufsteigen konnte. Es fühlte sich natürlich an auf Firnen zu steigen, mühelos. Sie stieg auf und hielt dann Nikai ihre Hand hin um ihn hoch zu ziehen. Firnen hielt den Kopf gesenkt, sodass auch der Schattenkönig ohne Probleme aufsteigen konnte, doch Deliah wusste, dass er das nur für sie machte. Vermutlich würde er ihn am liebsten hier stehen lassen, oder aber wirklich fressen, doch auch Firnen hatte mittlerweile verstanden, wie wichtig Nikai für Deliah war und dass sie nie darüber hinweg kommen würde, würde sie ihn auch noch verlieren.
Nikai atmete tief durch, fühlte er sich definitiv beobachtet. Aber wer tat dies auch nicht, wenn einem riesige goldene echsenaugen auf Schritt und Tritt verfolgten. Er beobachtete deliah, wie sie mit Firnen interagierte, über die wunderschön schimmerten schuppen Strich und dann so elegant aufstieg und ihren Platz auf dem Drachen einnahm. Sie war wirklich eine bemerkenswerte Frau. Sein Blick traf wieder auf den des Drachen und er starrte wieder einen Moment in dieses ihm zugewandte große goldene Auge. Wieder entwich ihm ein "Danke" und er löste den Blick, um deliah wieder anzusehen, die ihm. Hilfsbereit die Hand entgegen streckte. Dann wagte er es tatsächlich seine eine Hand selbst auf Firnens schuppen zu legen und die glatte schimmernde strucktur für einen moment richtig zu spüren. Dann ergriff er Deliahs Hand und ließ sich nach oben helfen. Dies sah dann doch wesentlich weniger elegant aus als bei ihr. "ich danke dir" Flüsterte er ihr zu, als er seinen Platz hinter ihr einnahm und sanft die Arme erneut um sie schlang. Es war ein wenig die Chance sich an sie zu schmiegen und ihre Nähe wieder mehr spüren zu können. Wie würde das nun im Lager zwischen ihnen ablaufen. Draziel wusste von ihnen, er hätte sie erwischt und er wusste dass sie die Mutter seines Prinzen war. Er hatte es nicht länger vor seinem ehemals besten Freund geheim halten können. Was war mit cahara? Doch wenn er ehrlich zu sich selbst war, wollte er sich darum keine Gedanken mehr machen. Viel zu lange hatte dies seine Gefühlswelt beeinflusst. Spätestens wenn sie ihren Sohn wieder hatten, würden es alle wissen, dann hätte dieses Versteckspiel endlich ein Ende. Er wollte sich jetzt vollkommen auf deliah und seinen Sohn konzentrieren. Alles andere konnte man zu einem anderen Zeitpunkt klären. Er brauchte jetzt einen Plan, wie sie ihr Ziel, das Kind zu befreien, in die Tat umsetzen konnten.
Deliah sah ihm dabei zu, wie er zunächst Firnen die Hand auf die Schuppen legte, was den großen Drauchen noch eine etwas größere Rauchwolke aushauchen ließ. Wenn die ganze Situation nicht so verquer war, würde sie vielleicht lachen über das Verhalten des großen Drachen, doch heute war ihr wohl eher nicht danach. Als Nikai hinter sie kletterte, sah sie kurz zu ihm, bevor sie Firnen noch einmal sanft über das Schuppenkleid strich und schon im nächsten Moment hatte sich der riesige Drache in die Lüfte geschwungen. Hier oben hatte Deliah sich schon immer frei gefühlt, frei von allen den Dingen auf der Welt unter sich, die hier oben nichts anhaben konnten. Doch heute war ihr nicht mal hier diese Freiheit vergönnt. Und trotzdem fühlte sie sich eine Spur erleichtert, als das kleine Haus unter ihnen zusammen schrumpfte und schließlich ganz verschwand. Sie hatte noch eine weile nach unten gesehen, bis sie sich dann doch auf den Flug konzentriert hatte und auf Nikai dessen warme Arme sie deutlich spüren konnte. Sie lehnte sich etwas an ihn und genoss die Umarmung. Wie es jetzt wohl weiter gehen würde? Er war noch immer der Schattenkönig, und sie eine seiner Rätinnen. Egal ob Cahara und Syeren es nun wussten oder nicht, wie würde es jetzt weiter gehen? Doch die Frage die sie am meisten beschäftigte, war wohl, die Frage wie sie ihren Sohn retten würden. Wie würden sie es schaffen, den kleinen Schattenprinzen aus den Fängen der völlig gestörten Elfenkönign zu befreien? Am liebsten würde sie ihn keinen Tag länger dort lassen, sie wollte ihn wieder haben, ihn festhalten und ihn dann nie wieder loslassen. Sie hatte einen Fehler gemacht und im Vergleich zu Nikai, hatte sie noch die Chance diesen Fehler wieder gerade zu rücken. Wenn sie ihren Sohn wieder bei sich hatte, könnte sie vielleicht so tun, als wäre das nie passiert, sie könnte eine Familie sein. Nikai, der kleine und sie selbst. Was für ein dummer, naiver Gedanke. Glaubte sie wirklich, dass sie jemals so etwas wie eine Familie, so etwas wie Glück empfinden würde? Trotz allem war sie immer noch so naiv und dumm. Sie schluckte und schloss für einen Moment die Augen um die Gedanken zu beruhigen, doch natürlich gelang es ihr nicht, wie sollte es auch. Vermutlich würde sie nie wieder wirklich ruhig sein, bis der kleine bei ihr war.
Nikai sah ebsno kurz nach unten, als Firnen sich erneut in die Luft schwang und sein altes Haus mit Garten und Grab kleiner wurde, ehe es gänzlich verschwunden war. Er fühlte sich seltsam leicht an, als wäre eine immense Belastung endlich von ihm abgefallen. Natürlich würde seine Vergangenheit immer ein Teil von ihm sein, es machte ihn zu dem Menschen der er nun einmal war. Doch er würde sich davon nicht mehr beherrschen lassen. Seine Gedanken kehrten zu deliah zurück, die sich in seine Arme schmiegte und er spürte wie kühl ihre Haut war. Vermutlich hatte er seinen umhang mitnehmen sollen, so könnte er sie jetzt besser wärmen. Doch sie mussten während dem Rückflug ins Lager einfach ausharren. Ein bisschen fühlte er sich wie ein Eindringling hier oben auf Firnens Rücken. Dies ihr war Deliahs Ort, ihr Rückzugsort. Oft genug hatte er sie dabei beobachtet, ihren Flügen mit dem Drachen. Sie brauchte dies. Im Gegensatz dazu war Nikai mehr auf dem Rücken eines Pferdes oder viel mehr zu Fuß unterwegs. Dabei hatte er einfach mehr Kontrolle. Das hier war nicht seine Welt und Drachen waren ihm durchaus suspect. Er hatte fanibian und Lorren und andere Feuerbändigende Schatten nicht nur einmal mit und gegen Drachenfeuer kämpfen sehen. Es war ein mächtiges talent dies zu können und er war so verrückt gewesen dies in Zukunft von jedem feuerschatten verlangen zu wollen. Vielleicht sollte er seine ganze Herangehensweise daran nochmal überdenken. Vermutlich sollte er mehr als nur das überdenken. Er hatte viele im orden in kürzester Zeit gegen sich aufgebracht. Keine gute Grundlage für den ersten Schattenkönig einer neuen Dynastie. Sein Sohn würde seinen Thron einmal erben und diesen Thron sollte er ihm nicht mit einem Haufen Schwierigkeiten überlassen.
Nikai grübelte darüber, doch viel mehr versuchte er in seinen Gedanken schon einen Plan zurecht zu legen, wie sie in den Palast hinein kamen... Und... Besonders wie sie in dem ganzen Tumult den sie wohl auslösen würden wieder heraus kamen. Hinein war vielleicht das geringere Problem. Seine Gedanken kehrten unvermittelt ins hier und jetzt zurück als Firnen auf dem Marktplatz der Stadt wieder zur Landung ansetzte. Es war dunkel in der Stadt. Das Lager war zur Ruhe gekommen. Die feiern hatten die letzten Tage nachgelassen, Lager Alltag war eingekehrt. Die tierelfen bereiteten sich teilweise auf ein neues Leben vor, auch wenn dies alles noch ungewiss war. Man spürte nun auch deutlicher die Erschöpfung der vergangenen Schlacht. Alle wollten sich regenerieren und neue Kraft schöpfen für was auch immer noch kommen würde. Sie kehrten sie nur von den wachposten offensichtlich wahrgenommen ins Lager zurück. Schließlich löste sich Nikai von deliah und glitt von Firnen hinab, zurück auf den Boden. Dort wartete er auf deliah, hielt ihr die Hände hilfsbereit entgegen, so wie sie ihm beim Aufstieg geholfen hatte. Als sie unten bei ihm ankam, konnte er sich nicht länger zurückhalten und seine Lippen trafen auf ihre. Er wollte dies schon die ganze Zeit tun. Doch im Angesicht des Grabes seiner Toten Frau und Kindes, die durch seine Hand gestorben waren, kam es ihm mehr als nur unpassend und respektlos ihnen gegenüber vor. Hier waren sie nicht mit der grausamen Vergangenheit konfrontiert. Hier wartete die Gegenwart und gemeinsame Zukunft auf sie beide. Und in diese Welt gehörte dieser gefühlvolle Kuss.
Deliah schwieg den ganzen Flug über. Noch immer schien es als hätten Nikais Worte sie verstummen lassen. Sie wusste nicht was sie sagen und tun sollte, selbst mit Firnen kommunizierte sie nicht, sie hing einfach nur ihren Gedanken nach und versuchte sich an Nikais warmer Umarmung festzuhalten um nicht wieder in ein so tiefes, schwarzes Loch abzugleiten, welches ihre Gedanken darstellte. Horrorszenarien machten sich in ihr Breit, eins jagte das nächste, und doch schaffte sie es immer wieder ins hier und jetzt zurück. Als Firnen schließlich auf dem großen Markplatz landete und die Flügel anlegte, fühlte es sich an, als wäre der Flug deutlich länger gewesen, als die angedachten 30 Minuten. Da war sie wieder. Das verloren Gefühl über Raum und Zeit. Ob sie ihre Gabe wohl noch verwenden konnte? Oder war auch sie für immer verloren, wie die alte Deliah, die sie heute symbolisch an Elaines Grab hatte stehen lassen? Sie riss sich erneut aus den Gedanken, als sie spürte, wie Nikai seine Umarmung um sie löste und von Firnen herunter glitt. Sie legte sich für einen Moment nach vorne auf Firnens, starken Hals und strich über das Schuppenkleid. Der Drache bebte und in ihrem Kopf hörte sie ein Glockenspielartiges Geräusch. Noch einmal strich sie sanft über die Stelle, bevor sie sich erhob und mit Nikais Hilfe von Firnen stieg. Sie hatte ihre Hände in die seinen gelegt, noch immer kamen sie ihr so warm vor, auch noch nach dem 30 Minuten in dem peitschenden Wind auf dem Drachenrücken. Ihre Hände fühlten sich gut an in den seinen. Richtig, als hätten sie genau dort ihren Platz gefunden. Ob sie wohl jemals ihre Obssion gegenüber Nikai würde beruhigen können? War das noch Liebe, oder war sie so abhängig, von all den Gefühlen, die er in ihr auslöste, dass sie es nur für Liebe hielt? Dieser Mann, hatte sie so einfach um den Finger gewickelt und jetzt konnte sie sich einfach nicht mehr aus diesem gewebten Netz befreien. Wie ein Tier in der Falle. Wieder kam ihr die Assoziation mit der Löwenhöhle in den Sinn. Sie war nicht ein dummes Tier im Netz, sie hatte sich ganz bewusst, freiwillig in diese Situation begegeben, und hatte bisher auch noch keine Anstalten gemacht, das zu ändern. Als ob sie das jemals tun würde. Als ob sie jemals etwas anderes würde fühlen wollen als diese Gefühle. Ihre Gedanken kamen jäh zu einem apprupten Ende, als Nikais Lippen die ihren fanden. Stille. Angenehme, alles einnehmende, dunkle Stille und dieses bekannte Ziehen im Bauch. Ihr Körper schien zu verstehen, bevor ihr Kopf es tat. Sie schlang die Arme um seinen Hals und erwiderte den Kuss, noch bevor sie begriffen hatte, was er da tat. Er küsste sie. Er küsste sie mit einer so geballten Macht an Gefühlen im Kuss, dass es ihr wohl die Sprache verschlagen hätte, wenn sie diese nicht schon verloren hätte. Da waren sie wieder, die Gefühle, die ein Feuerwerk nach dem anderen in ihr entfachten. Sie begegnete seinem Kuss mit weit mehr als Liebe. Mit all den Gefühlen, die sie in den letzten Stunden und Wochen gespürt hatte, und die einen Höhepunkt gefunden hatten, als gerade hier seine Lippen die ihre Trafen.
Nikai schlang instinktiv die arme um Deliah um sie näher an sich zu ziehen, als sie auf seinen Kuss einging und die Arme um seinen Hals legte. Ihre Gefühle sprangen förmlich auf ihn über und seine Gabe schickte ihm einen kribbelnden Stromstoß durch den ganzen Körper, sodass er schon das Gefühl hatte seine Haare würden dabei elektrisieren und sich kräuselnd vor Energie in alle Richtungen aufstellen. Es war ihm fast nicht möglich sich von ihren weichen und zarten Lippen zu lösen, so sehr hungerte er nach einem weiteren Kuss, wollte er einfach nur nicht, dass dieser Moment und diese Gefühle darin aufhörten. Schließlich musste er sich, wenn auch wiederwillig, dazu zwingen langsam aufzuhören. Zum einen standen sie hier immer noch mitten auf dem Marktplatz und ihm waren zumindest Firnens wachsame Augen mehr als bewusst. Zum anderen befürchtete schlussendlich noch die Beherrschung zu verlieren und mehr von ihr schmecken zu wollen. Etwas das angesichts der ganzen Lage wohl nicht gerade einfühlsam ihr gegenüber war. Sanft stupste er mit seiner Nase, die ihre an und sah ihr wieder in die Augen, die seinen diesmal so nahe waren. Er spürte ihre eisigen Hände in seinem Nacken und die Kalte Nasenspitze. Ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Lippen. "wir sollten dich ins warme bringen, damit du dich aufwärmen kannst. Du bist ganz kalt, meine Liebe" Flüsterte er ihr leise entgegen.
Deliah schmiegte sich an ihn, als er die Arme um sie legte. Ihr Körper kribbelte, jede Faser in ihr schien nur danach geschrien zu haben ihm wieder nahe zu sein, und eben dieser Schrei wurde nun beantwortet. Es fühlte sich an, als wäre mit einem Paukenschlag der ganze Sturm in ihrem Kopf verstummt. Als wäre sie ins Auge des Sturms getreten. Nicht das sie die Stille wirklich genießen könnte, denn gleichzeitig wurde in ihr ein Feuerwerk nach dem anderen ausgelöst. Leise keuchte sie gegen seine Lippen, während sie nur zu gerne auf jeden einzelner der Küsse reagierte. Sie Hatte sich so sehr nach ihrem Verzehrt, so sehr gehungert nach jedem seiner Berührungen, dass es jetzt war als hätte sie nach monaten, endlich wieder Essen gefunden. Als er sich löste, wollte sie ihn nicht gehen lassen, wollte ihn mit den Armen in seinem Nacken näher zu sich ziehen, doch sie schaffte es mit einem tiefen Atemzug es nicht zu tun. Ihre Lungen ächzten nach Luft. Noch immer funkelten ihre Augen, als sie ihn ansah. So verrückt wie es sich für sie auch anfühlte, aber ein sanftes Lächeln lag auf ihren Lippen, und ihre Wangen waren einen Hauch errötet. Fast als wäre sie ein Teenager, der zum ersten mal geküsst worden war. "In Ordnung." erwiderte sie leise, während sie eine der eisigen Hände löste und sanft und zärtlich über seine Wange strich. Wie konnte es sein, dass sie nach all dem was er gesagt hatte, sie nichts anderes wollte, als an seiner Seite zu sein.
Nikais kleines Lächeln verwandelte sich ein kleines schelmisches Grinsen, als er bemerkte wie schwer es deliah fiel ihn auch nur ein Stückchen frei zu geben, ebenso wie rot ihre Wangen geworden waren. Ein klein wenig amüsierte ihn das ganze sogar und er fing ihre kalte Hand an seiner Wange ein, umfasste sie kurz und hauchte dann wieder einen kurzen Kuss auf ihre Finger. Er sah ihr in die Augen, sie glitzerten wieder so wie früher, strahlten fast schon. Ein Anblick der ihn mehr als nur fesselte. "wir müssen dich wirklich dringend aufwärmen" Merkte er erneut an und nahm ihre Hände in seine. Es war ein letzter Blick den er zu Firnen warf, fast als würde er sich vergewissern wollen, dass ihm nicht wirklich gleich von einem Drachen der Kopf abgebissen werden würde, weil er hier so unzüchtig mit seiner Gefährtin herumknutschte. Er führte Deliah schließlich durch das Lager bis zu seinem Quartier, in dem es angenehm warm war. Zunächst vergewissterte er sich, dass sie hier wirklich ungestört waren. Er wollte heute wirklich von niemandem gestört werden, wollte er Zeit mit deliah verbringen und zum anderen musste er über einen Rettungsplan grübeln. Die einzigen Ausnahmen die er akzeptieren würde wären wohl ein Angriff der Elfen oder wenn die Stadt in Flammen stand. Er atmete tief durch und fuhr sich einen Moment durch die Haare, ehe er die Kristallkugel wieder in ihrer Schatulle verstaute und neben die Schatulle mit der Drohung der Elfenkönigin abstellte. Er fixierte diese für einen Moment mit seinem Blick und seine Augen verdüsterten sich kurz. Doch als sein Blick weiter zu deliah wanderte, kam der alte Glanz wieder zurück.
Deliah war weder das schelmische Grinsen noch das Lächeln entgangen was vorher seine Lippen erhellt hatte. Jetzt war er nicht mehr der gebrochene Schatten, den sie zuvor an dem Grab seiner Ehefrau gesehen hatte. sie erschauderte unter der sanften Berührung seiner Lippen auf der Hand. Sie nickte bei seinen Worten bevor sie ihren Blick ebenso zu Firnen warf. Der Drache atmete einen warmen Atem um sie beide herum, der zumindest in eine Richtung als klare Drohung gemeint war, bevor er seinen Kopf auf den riesigen Pranken ablegte. Deliah schickte ihm in Gedanken ein Dankeschön, sie konnte sich nur vorstellen, wie viel es dem Drachen abverlangt hatte, nikai nicht bei lebendigem Leib zu rösten, oder ihn zu seinem kleinen Abendsnack zu machen. Dankbar darüber, wand sie sich an Nikai und ging dann an seiner Seite zu seinem Quartier. Sie schluckte, als sie die Schatulle ansah, die ihr nur zu sehr verdeutlichte, in welcher Lage sie sich befanden. Doch dann wand sie doch den Blick ab, rieb für einen Moment die eiskalten Hände an einander und setzte sich dann auf dem Bett ab. Sie war erschöpft, dass war sie schon vor Stunden gewesen, doch nach der Reise fühlte sie sich ausgelaugt, als wäre sie um Jahre gealtert. Doch sie wusste, was sie sich heute noch überlegen musste. Sie hatte keine Zeit sich auf die faule Haut zu legen, nicht unter all dem was auf dem Spiel stand, nicht bei dem Leben was vergehen würde, wenn sie scheiterten. Was wäre, wenn sie scheiterten? Deliah hatte in drei großen Schlachten gekämpft. Damals in der Schlacht der Tyrannenfeste und dann in der Schlacht mit Cole und der um die Sicherheit der Tierelfen. Bei keiner davon hatte sie gewusst dass sie tatsächlich überleben würde, doch das jetzt war etwas anderes. Für sie persönlich stand mehr auf dem Spiel und gleichzeitig war es auch verrückt. Sie hatte nur Geschichten gehört von der Schlacht gegen die Elfen in der Nikai damals ums Leben gekommen war. Ihr Blick legte sich auf ihn bei ihren Gedanken.
Nikai war Firnens dezente Drohung nicht entgangen, aber er würde nicht mehr versagen. Zumindest nahm er sich das vor, hatte er ja keinen allzu großen Einfluß auf das Schicksal, aber er würde nichts unversucht lassen. Er schlüpfte schließlich aus seiner Großmeisterrobe und den Stiefeln. In dem leichten Hemd und der Hose war es dann doch angenehmer. Die Roben waren nicht unbequem, waren sie derart gefertigt, dass er auch Problemlos darin kämpfen konnte. Aber es fühlte sich trotzdem jedes Mal so an, als würde er mit dem Stoff auch einmal das Amt für einen Moment abstreifen können. Er sah wie deliah sie auf sein Bett setzte und gleichermaßen wieder so nachdenklich wirkte. Er erahnte was ihr durch den Kopf ging, ging es ihm doch nicht anders. Er löschte ein paar der lichter, sodass es ein bisschen heimeliger wurde, bevor er zu ihr kam und die flauschige weiche Decke nahm, um sie ihr um die Schultern zu legen. "du siehst erschöpft aus. Es war heute ein langer Tag... Mit vielen Eindrücken... Diese müssen ersteinmal verdaut werden. Ruh dich aus. Leg dich schlafen. Ich bin hier bei dir" Versicherte er ihr mit ruhiger und sanfter Stimme. Dann schenkte er ihr ein kleines aufmunterndes Lächeln als er ihr durch die Haare Strich.
Deliah hatte zunächst nicht einmal bemerkt, dass Nikai sich die Robe und die Stiefel ausgezogen hatte, erst als er auf sie zukom hob sie ihren Blick wieder und sah ihn an. Sie erschauderte unter der sanften Geste, mit der er ihr die Decke um die Schulter legte. Eigentlich war sie nicht der frierende Typ, aber das fliegen auf Firnens Rücken und das viele stehen am kalten Grab, hatte ihr wohl eher nicht so gut getan. Hoffentlich würde sie nicht krank werden, aber sie war sich fast sicher, dass Nikai das nicht zulassen würde. Wenn er könnte, würde er da wohl auch die Naturgesetze ändern. Bei ihren Worten schluckte sie, bevor sie den Kopf schüttelte. "Ich weiß nicht ob ich schlafen kann." ihre Stimme war immer noch so leise und rau von dem wenigen was sie in den letzten Stunden gesagt hatte. "Nicht so lange ich nicht weiß, wie wir weiter vorgehen." ein tiefes Seufzen ging ihr über die Lippen, welches ihren ganzen Körper schüttelte. Jetzt waren sie wieder hier im Lager, in dem alles noch realer, noch schmerzhafter wirkte.
Nikai runzelte kurz die Stirn bei ihrer rauen Stimme und erhob sich kurz, um ihnen beiden etwas zu trinken zu holen, ehe er zurück zu ihr kam. "ich kann dich verstehen, aber wir müssen schlafen um einen klaren Kopf zu bewahren. Aber wenn es dich beruhigt, ich habe schon seitdem du mir von unserem Sohn erzählt hast über eine Strategie nachgedacht, wie wir ihn retten können." Erklärte er schließlich und Strich ihr sanft über die Arme. " zugegebenermaßen klingt er kurz zusammen gefasst auf den ersten Blick nicht ganz durchdacht, aber wir können sowieso nicht viel planen, wie haben weder Späher im Palast, noch in der stadt die uns mit Informationen versorgen können. Das schränkt uns enorm ein, aber ich würde behaupten Schatten sind dafür ausgebildet. " Seltsamer weise schlich sich kurz ein kleines grinsen auf seine Lippen. " ich meine...mein erster Plan war einfach allein in den Palast zu marschieren und mit einer entfesselten Gabe alles niederzumetzeln, das mir in die Quere kommt. Aber wir haben zum Glück bemerkenswerte Freunde und eine Familie die hinter uns steht und mit uns da rein geht. " Dann wurde er wieder ernst. " vereinfacht gesagt, gehen wir rein, holen unseren kleinen und gehen wieder raus. Ich habe das schonmal gemacht und ich sage es eigentlich ungern, aber ich bin froh, dass cahara dabei ist. Sie hat die Aktion damals mit mir durchgezogen, sie weiß wie es funktioniert. Damals hatten wir zwar einen riesiges Heer, welches die Stadt angegriffen und in aufruhr gebracht hat, aber vielleicht ist es still und heimlich als Gruppe leichter. Es hängt natürlich davon ab wie nah uns der Dämonenprinz mit einem Portal im oder an den Palast bringen kann, aber es ist im Moment die einzige Möglichkeit wie wir unbemerkt rein und hoffentlich auch auf dem einfachsten Weg wieder raus kommen. Sobald wir im Palast sind kann ich uns mit meiner Gabe zum Ziel führen. Wir brauchen jede Gabe die dabei ist und es wird jedem von uns das maximale an Kraft abverlangen mit Hilfe unserer Fähigkeiten so lange wie möglich unbemerkt durch den Palast zu kommen. Kampfbereit, hochkonzenzentriert und unter voller gabenlast. Sobald wir den kleinen haben heißt es einfach nur noch so schnell wie möglich raus. " Erklärte er ihr schließlich seine Gedankengänge sie er die ganze Zeit hatte. " Wenn wir den Palast vorher angreifen, sind sie in Alarmbereitschaft, sind wir ersteinmal drin, haben wir es leichter. Es hat schonmal funktioniert, dies sollte es auch diesmal" Er wirkte tatsächlich recht zuversichtlich.
Deliah nahm dankbar das Glas entgegen aus dem sie einen Schluck nahm. Es fühlte sich angenehm an, wie es ihren Hals hinab rann und ihre trockene Kehle benetzte. Sie sah ihn an, während er sprach. Wie auch schon vorhin, lauschte sie seinen Worten, ordnete sie anschließlend in ihrem Kopf, bevor sie bereit war zu antworten. Natürlich. Eine Aktion, die er bereits mit Cahara durchgeführt hatte. Es versetzte ihr einen größeren Stich als sie gedacht hatte. Würde sie der Schatten ihrer Tante jemals loslassen? Könnten sie jemals frei sein, von Nikais Liebe zu ihr? Sie sah auf ihre Hände bevor sie aufsah und ihn wieder ansah. "Das klingt wie ein Himmelfahrtskommando." ihre Stimme klang deutlich weniger rau, doch noch immer war sie leise. Vielleicht einfach weil sie Angst hatte, dass ihre Stimme nicht mehr in der Lage war den Raum zu füllen. "Aber ich schätze, das war klar, in dem Moment als die Box bei uns ankam." ein bitteres, aber doch ehrliches schiefes Grinsen lag für einen Moment auf ihren Lippen, bevor es weggewischt wurde. Vielleicht wäre das jetzt der Moment, wo sie ihm sagen sollte, dass sie das Gefühl zu ihrer Gabe verloren hatte. Doch sie beließ es dabei. Vielleicht würde er sie nicht mitgehen lassen oder noch viel schlimmer, sie wäre nur eine Belastung. Sie musste das einfach nur wieder hinbekommen. Das würde schon gehen. Bestimmt oder? Sie sah zu hm, bevor sie mit den Händen nach seinen griff. Noch immer waren ihre Hände kühler als seine, doch sie waren wenigstens nicht mehr so eiskalt, wie noch zu vor. "Du scheinst alles unter Kontrolle zu haben." ihre Worte hallten förmlich in ihrem Kopf zu wieder. Wie hohl und falsch das klang. Nach all dem, was er ihr erzählt hatte. Nach all dem was sie noch erwartete. Kontrolle war wohl das letze was er empfand, was sie selbst empfand. Als ob sie das jemals wieder empfinden würden, bis ihr Sohn wieder bei ihnen war. Ein Moment des Schweigens verging. "Danke. Nikai." sagte sie schließlich und fand mit dem Blick den seinen. "Dafür dass ich das nicht alleine durchstehen muss."
Nikai verzog bei ihren Worten leicht das Gesicht. Himmelfahrtskommando. Das traf es ziemlich gut. Aber da sie nicht allein vorhatten diesen Höllentripp durchzuführen, war er durchaus der auffassung, dass sie es schaffen würden. Allerdings würden sie die gesamte Führungsriege des Schattenordens auslöschen, wenn sie scheiterten. Zumindest bis auf Tara und Fabi. Von daher war es dann wohl doch ein Himmelfahrtskommando. Er drückte ihre Hände sanft, als sie seine umfasste und sah sie an. "wir schaffen das" Merkte er an. Er musste diese Worte wählen. Die Situation war durchaus aussichtslos, sie hatten kaum genug Informationen um einen Idioten sicheren Rettungsplan auszuarbeiten. Das einzige was ihn wohl positiv denken ließ, war dass er die stärksten gaben versammelt hatte und dass sie alle erfahrene Kämpfer waren. Am liebsten würde er behaupten, dass sie ein eingespieltes routiniertes Kampfteam waren. Doch dies traf vor vielen Jahren in ihrer Jugend mal auf drazial, cahara und ihn zu. Er hoffte einfach dass ein funke davon die Zeit überdauert hatte. Und wenn alle stricke reisen würden? Vielleicht könnte er dann noch ein ass aus dem Ärmel ziehen. Doch wollte er gleiches mit gleichem bekämpfen? Bei Deliahs Worten zur Kontrolle hob er kurz etwas skeptisch eine Augenbraue. Er hatte alles unter Kontrolle? Hatte er jemals etwas in seinem Leben unter Kontrolle gehabt? Er fürchtete, die sprach ihm mehr fähigkeiten zu als er besaß. Er hatte vielleicht ein Talent dafür durch Krisen und Probleme zu tanzen wie eine Tänzerin auf einem hohen Seil. Er war dabei vielleicht so geschickt geworden, dass es den Anschein hatte er würde alles unter Kontrolle haben. "ich versuche lediglich die Welt... Unsere Welt... Zusammen zu halten, damit sie nicht völlig aus den fugen gerät" Gestand er dann leise und erhob sich ein bisschen, nur im sie wieder sanft küssen zu können. "dafür musst du mir nicht danken, es ist das mindeste was ich tun kann, nach allem was ich angerichtet habe. Ich lasse dich damit nie wieder alleine. Das habe ich dir versprochen. Ich spüre auch nur die Kraft es zu schaffen, weil du hier bist." Flüsterte er leise an ihre Lippen.
Deliah verzog wie auch er das Gesicht bei seinen Worten. 'Wir schaffen das'. Ganz bestimmt. Die Worte klangen so leer, dass sie das Gefühl hatte, er glaube selbst nur halbherzig daran. Vielleicht musste er sie aber auch sagen, weil er daran glauben musste. Weil es nicht anders ging. Sie mussten daran glauben, denn wenn sie es nicht taten, war sowieso bereits alles verloren. Sie mussten einfach daran festhalten, dass sie es schaffen würden, was blieben ihnen sonst noch, wenn die Hoffnung weg wäre. "Wir schaffen das." wiederholte sie leise seine Worte und sah zu ihm auf. Sie musste daran glauben. Sie sah ihn an. Er gab ihr Hoffnung. Sie merkte es in jeder Faser ihres Körpers. Wieder kamen ihr die Erzählung in den Sinn. Elaine. Vermutlich würde sie nun auch in ihren Träumen herumspuken und sie nicht in Ruhe lassen. Wenigstens würde sie sich da nur bei ihren anderen Albtraumgestalten einreihen. Nur eine von vielen, die sie in ihren Träumen nachts verfolgten. Sie schluckte bei dem GEdanken, doch erneut wurden ihre Gedanken dadurch unterbrochen das er sie küsste. Seine Worte, sein Geständnis waren leise, und doch ehrlich. Seine Lippen schmiegten sich an die ihren. Und schon wie auf dem Marktplatz reagierte sie darauf. Als ob sie jemals nicht darauf reagieren könnte. Sie erwiderte den Kuss, sanft und liebevoll, während ihre Hand sich an seine Wange legte und sanft darüber strich. "Wenn hier jemand etwas angerichtet hat, dann wohl ich." erwiderte sie genauso leise wie er, als er sich gelöst hatte. Schmerz blitze in ihre Augen auf, welchen sie mit einem weiteren Kuss aus ihren Augen vertrieb. Schuld. Was ein merkwürdiges Konstrukt. Menschen konnten über die selbe Dinge Schuld empfinden, obwohl keine bei ihnen lagen, obwohl die Welt einfach größere Pläne gehabt hatte. Obwohl die Schuld einfach bei jemand anderem gelegen hatte. Als ob jemand von ihnen wirklich schuld war. Die Elfenkönigign war schuld, für das was sie den Tierelfen angetan hatte, für das was sie nun ihrem Sohn antat. Ihr Vater war Schuld, für das was er ihr angetan hatte, für das was er aus Nikai gemacht hatte, bevor er Elaine tötete. Sie waren doch auch nur Reaktionen auf die Aktionen von größeren Menschen mit größerer Schuld.
Nikai hatte sich inzwischen neben Deliah aufs Bett sinken lassen und sie sanft in seine Arme gezogen. Bei ihren Worten schüttelte er schließlich den Kopf. "bitte hör auf dir die Schuld dafür zu geben. So hart es klingt, aber wir können die Vergangenheit nicht ändern, wir können es nur jetzt besser machen. Ich habe dieses Krieg angezettelt, wobei das hat Königin Philandris, als sie das Reich abschottete und diesen Genozid auf die Spitze treiben wollte. Ich bin darauf eingegangen, weil ich dich da wieder raus holen wollte. Jetzt holen wir unseren kleinen Prinzen da raus. " Wandte er ein und Strich ihr sanft übers Haar. " morgen wird ein langer Tag. Wir müssen mit den anderen Planen und dazu müssen wir alle wohl früh aufstehen und die Tageszeit nutzen. Wir dürfen nicht mehr zu viel Zeit verstreichen lassen. So schwer es einem auch fallen mag, wir brauchen ein paar Stunden Schlaf. " Merkte er dann erneut an. Er klang fürsorglich und ernst. Auch wenn Schlaf angesichts der Lage irgendwie absurd war, wie unnütze verplemperte Zeit. Doch sie mussten bei Kräften sein, sonst würde der Plan nicht aufgehen.
Deliah senkte ihren Blick bei ihren Worten, bevor sie ihn doch wieder auf sie richtete. Sie nickte langsam. Auch wenn es sicher noch lange dauern würde, bis sie die Worte auch glauben könnte. Das war wohl noch so eine Ironie an Schuld. "Ich versuche es." sie schmiegte sich an ihn, in seine warmen, starken Arme, die sie so sehr vermisst hatte. Ein Müdes Lächeln hate sich auf ihre Lippen geschlichen, als sie noch einmal mit ihren Fingern seine Wange hinab zu seinem Kinn strich und seine Kinnpartie nachfuhr. Ihr Finger fuhr weiter nach oben, bevor sie sanft seine Lippen nachzeichnete. Sie war fast gedankenverloren als sie den Blick davon abwand, blinzelte und ihn direkt ansah. "Du hast Recht. Der Tag war lang und Kräftezehrend." sie beugte sich vor und hauchte einen Kuss die Lippen die sie bis gerade noch berührt hatte. Bevor sie sich erhob und aus ihren Schuhen und ihrer Kleidung schlüpfte. Es war warm hier, warm genug, dass sie vermutlich eher keine Klamotten brauchte. Doch sie beließ es bei ihrer Unterwäsche. Röte färbte ihre Wangen, als ihr klar wurde, wie selbstverständlich es sich anfühlte sich auszuziehen und zeitgleich auch nicht. Sie hatten so viele Stunden nackt verbracht, vermutlich mehr, als tatsächlich mit Klamotten, woher kam dann jetzt das Schamgefühl? Sie schluckte, bevor sie sich ihm zuwand und sich wieder zu ihm aufs Bett setze, bevor sie unter die Bettdecke schmiegte und den Arm nach ihm ausstreckte.
Nikais Körper kribbelte wieder als Deliahs zarte finger wieder über seine Haut Strichen. Seine doch etwas markante Unterkieferkante nachfuhr und seine Lippen nachzeichnete. Er ließ es geschehen, auch wenn es ihn einiges an Selbstbeherrschung kostete nichts halb verhungertes in ihm zu wecken. Der Kuss hatte ihn beinahe alle Vorsätze über Bord werfen lassen, wenn sie dann nicht aufgestanden wäre. Dass sie sich jetzt allerdings bis auf die Unterwäsche auszog, machte er dann doch auch nicht leichter, doch er zügelte die Energien in sich, auch wenn er sie im Auge behielt. Als sie sich schließlich ins Bett kuschelte entschied er sich auch dazu noch Hemd und Hose auszuziehen. Normalerweise schlief er in einem Lager wie diesen Nacht immer in einer leichten leinenhose und leinenhemd. Im Falle eines Angriffs blieb manchmal nicht viel Zeit sich anzuziehen und sich Nackt in ein kampfgetümmel zu werfen war doch irgendwo jenseits seines anstandes. Oft genug war er Nacht zu kämpfen aus dem Schlaf gerissen worden. Weshalb er sich dies einfach angewöhnt hatte. Doch er belies es bei der hose, war ihm für das Hemd einfach zu warm. Er löschte die letzten lichter und kam der Bitte ihres ausgestreckten Armes nach, nahm ihre Hand und kuschelte sich zu ihr unter die Decke. Sanft, aber bestimmt zog er sie an seine Brust und legte die Arme um sie. "Versuch ein wenig zu schlafen" Hauchte er mit einem letzten Kuss auf ihre Haare. Seine Augen schimmerten kurz gänzlich schwarz, ein Zeichen für seine kurz aufflackernde gabe. Es war eine Gewohnheit für ihn in solchen aufregenden Situationen sorgte seine Gabe für eine Art ruhige aura um ihn herum, was ihn und andere entspannter schlafen ließ.
Deliah sah ihm dabei zu wie er Hemd und Hose auszog und dann die Leinenhose überstreifte. Ihr Blick lag so gebannt auf ihm, auf seiner sich bewegenden Brustmuskulatur, während er die Hose überstrich. Verhungert traf ihre Situation vermutlich nicht im gerinsten. Sehnsucht, Gier und so viel angestaute Gefühle. Ehrlicherweise wunderte sie sich, dass sie nicht sabberte, während sie ihn so anschmachtete. Wie alt war sie? 15? Sie schüttelte den Kopf, bevor sie es dann doch schaffte den Blick von seiner nackten Haut abzuwenden. Es half allerdings nicht, dass er wenig später zu ihr kam und sich zu ihr kuschelte. Seine nackte Haut fühlte sich warm an unter ihren Fingern und ihrem Gesicht, welches sie auf seiner Brust ablegte. Mit den Fingern malte sie Muster auf die weiche Haut, welche sie mit ihren Augen in der Dunkelheit folgte. "Du auch." sagte sie leise, wobei sie auf ihrer eigenen Hand ihren Atem spüren konnte. Die dunklen Lichter, seine Nähe und sein ruhiger Herzschlag unter ihrem Kopf beruhigten sie, mehr als sie zugeben wollte. Sie fühlte sich sicher hier in seinen Armen. Beschützt, geborgen und Sicher. Sanft hauchte sie einen Kuss auf die weiche Haut seiner Brust, bevor sie sich doch ein wenig von ihm löste, um ihr Gesicht über dem seinen verharren zu lassen. Sie sah auf ihn hinab, konnte ihn in dem schemenhaften Licht nur vage erkennen. Noch einmal strich sie zärtlich über seine Wange, bevor sie ihn küsste. "Ich liebe dich, Nikai." flüsterte sie leise gegen seine Lippen, so leise, dass es auch der Wind hätte sein können. Erst dann legte sie ihren Kopf wieder auf seiner Brust ab.
Nikais hand fuhr in ihre Haare, als sie ihm so leise ihre Liebe gestand und ihre Lippen abermals auf die seinen traf. Es brachte ihn fast dazu zu explodieren, oder zu schelmzen, war es schwierig einzuordnen. Sein Atem und sein puls entspannten sich als sich ihre fast nackte Haut an seine schmiegte. Spürte er dabei doch das sanfte pulsieren seine Gabe. Eine Weile blieb er noch wach, starrte in die Finsternis, lauschte ihrem Atem und Herzschlag, ehe er zuließ, dass ihn der Schlaf holte. Mit einem Mal brach die Erschöpfung über ihn hinein und zog ihn in die Dunkelheit eines tatsächlich traumlosen Schlafes. Als er seinen Ehering am grad zurück gelassen hatte, hatte er wohl auch die Alpträume von Elaines Tod dort gelassen. Ein Geschenk dafür, dass er endlich jemandan hatte in sich blicken lassen und die Vergangenheit hinter sich ließ. Die Nacht verlief für ihn Ereignisslos, so kurz sie auch war. Im Schattentempel war er teilweise ein langschläfer gewesen, manchmal am Morgen kaum aus dem Bett zu kriegen. Hier tickte soetwas wie eine innere Uhr in ihm, die ihn früh wieder aufstehen ließ. Er wirkte zwar noch etwas zerknittert als er sich von deliah löste, um leise aufzustehen und in eine Hose und ein Hemd schlüpfte, doch er war wach. Sein Körper wusste, dass es wichtig war. Er würde sich den Schlaf zu einem anderen Zeitpunkt vermutlich gnadenloser hohlen. Er setzte sich an den Tisch, der ihm als großer Schreibtisch diente und auf dem Pläne. Briefe und Zettel ausgebreitet lagen. Oben auf thronte die Schatulle mit der Kristallkugel und seinen Erinnerungen. Daneben die Schreckensbotschaft der Elfenkönigin. Mit einem leisen, kaum hörbaren seufzen öffnete er ein anderes Kästchen und drehte sich aus den darin befindlichen Mitternachtsblauen Blütenblättern die violett schimmerten eine Zigarette. Es war kein normaler Tabak oder eine Droge, wie sie viele Menschen nahmen. Es war etwas gänzlich anderes und kostbareres. Er zündete sie an und mit jedem Atemzug verströmte es einen leicht blumigen Duft, kaum wahrnehmbar. Nikai rauchte nicht oft, nur wenn er es zum nachdenken brauchte oder wenn sein Körper danach verlangte. So wie jetzt als er die Pläne der Elfenhauptstadt und des Palastes hervorzog und sich auf anderen Zetteln Notizen machte. Er schrieb alles auf was ihm als Wichtig erschien. Unter anderem alle die ihn begleiteten mit ihren gaben, Fähigkeiten und Stärken.